Mein 2020 – Nein. Es geht nicht um Corona

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Ich weiß noch nicht, wie ich dieses Jahr prinzipiell bewerten soll. Mein Kopf hat sich in diesem Jahr so sehr verändert, dass ich mich an vieles nicht mehr richtig erinnern kann. Ich weiß aber, dass dieses Jahr nicht so gut begann.
Während ich im Dezember mich ja geoutet habe, polyamor zu empfinden, war es Anfang des Jahres schon wieder vorbei. Leider. Auch wenn ein Vermerk unter dem Beitrag gesetzt ist, werde ich dazu keine Details bekannt geben. Ich denke die Person weiß, wo das Problem lag. Ich weiß zumindest, woran es bei mir gelegen hat. Und worauf ich zukünftig achten muss.

Am Anfang des Jahres habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Ich wollte endlich mehr von meinem Geld haben und toi toi toi. Ich habe bald ein Jahr keine Zigarette mehr angefasst, obwohl der Drang manchmal wirklich enorm ist.
Im Januar wurde auch meine Namensänderung rechtskräftig. Ich habe meinen alten, ungeliebten, und mit schlechten Erinnerungen behafteten, zweiten Vornamen streichen lassen. Mein alter Vorname ist nun mein zweiter Vorname und Gerry wurde mein erster Vorname.
Vom Akt vom Antrag bis zur Bewilligung wollte ich euch eigentlich kurz darauf schreiben aber …

Im Februar hat sich mein Kopf verabschiedet. Ich war raus. Raus aus allem. Raus aus Afrika … Oh halt. Falscher Film. Jedenfalls war mein Kopf im Knockout. Da wurde mir mitgeteilt, dass ich mit einem Fuß im Burnout stehe. Ich begann damit, mein Leben etwas umzustrukturieren und immer mehr über mich selbst nachzudenken.
Ich habe angefangen, mir Ruhe zu nehmen, wenn ich Ruhe brauche. Ich habe sogar meine Streamzeiten geändert, die gegen Jahresende immer weniger wurden. Einfach … Naja. Weil mich Zocken nur noch bedingt tangiert im Moment. Ich habe sogar zwischenzeitlich mit dem Schreiben aufgehört. Und meine Bücher sogar vom Markt genommen. Okay das hatte auch noch andere Gründe. Aber die tun hier nichts zur Sache, denke ich.

Über Wochen hinweg fiel es mir unheimlich schwer, aufzustehen. Ich musste mich morgens selbst dazu animieren, den Arsch aus dem Bett zu bewegen. »Gerry. Steh auf. Du kannst das. Heute Abend darfst du wieder ins Bett. Das ist nicht weit. Vertrau mir!«, ermahnte ich mich immer wieder selbst. Wie ein Mantra. Und es hat funktioniert. Funktioniert noch. Es ist manchmal Immer noch sehr schwer, aufzustehen.
Aber da ich meinen Job behalten möchte, tu ich es. Und trotz dieser Schwierigkeiten habe ich es geschafft, meine Krankheitstage auf unter 10 zu halten. Ihr könnt es euch nicht vorstellen, aber darauf bin ich unheimlich stolz. Es gab nämlich eine Zeit, da war diese Zahl um ein Vielfaches höher.

Nachdem ich meine Gedanken sortiert habe, habe ich mich an ein, für mich sehr wichtiges, Projekt gewagt. Viele von euch werden es bereits gelesen haben. ANGST. In 15 Tagen habe ich 15 Bereiche meiner Ängste abgedeckt. Von Familienangelegenheiten, über Einsamkeit bis hin zur Angst vorm Tod. Ich habe in der Zeit so unheimlich viel Support bekommen. Von meinem Mann. Meinem Rudel. Meine Freunde. Das hat mich sehr bekräftigt das Projekt, bis zum Ende durchzuziehen. Auch wenn es mir zwischendurch echt schwer fiel, durchzuhalten.

Ich habe mich, nachdem ich wieder bereit dazu war, mit einer ganzen Community und einem »Würdenträger« angelegt. Und Ende des Jahres mit meinem Rudel wieder aufgegriffen in unserem tollen moralischen Adventskalender.
Wir haben auf viele Missstände hingewiesen, die von wenigen schöngeredet und von vielen bestätigt wurden. Und auch an dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass ich stolz auf meine Welpen und Doggies im Rudel bin, für das was sie gemeinsam mit mir gewuppt haben.

Im Rudel gab es dieses Jahr zwar auch schöne Entwicklungen, aber auch schlechte. Wir haben uns von Wuffeln getrennt, weil wir nicht mehr zusammenpassten. Meine größte Enttäuschung dabei ist, wenn man ein Rudel verlässt und dann direkt in das nächste wandert, wie ernst es einem mit uns eigentlich war.
Diese Erfahrung hat bei vielen von uns einen wirklich faden Beigeschmack hinterlassen. Vor allem, weil diese Person selbst gegangen ist, weil sie durchaus Fehler gemacht hat. Dennoch wünschen wir allen Weggängern alles Gute und hoffen, dass sie bei uns irgendetwas für sich mitgenommen haben.

Liebe geht manchmal auch seltsame Wege. Wie ich in meinem dritten Blog zur Polyamorie geschrieben habe, hatte ich für einige Personen dieses Jahr so eine Art Schwärmen. Doch bei einem wurde es eine Art Liebe.
Wer mich nun länger kennt oder meine Arbeiten verfolgt weiß, dass ich Liebe generell anders empfinde. Keine Schmetterlinge im Bauch. Kein wohliges Gefühl zwischen den Zehen oder sonst irgendwas in der Art.
Bei mir ist es irgendwie … ich weiß es einfach. Und das war dieses Jahr der Fall. Aber wie ich schon sagte. Ob und was daraus wird, steht in den Sternen und keiner weiß, inwieweit ich diese Liebe, lieben können werde.

Freundschaften sind manchmal auch ein komisches Ding. Sie sind letztendlich nichts anderes als „Liebesbeziehungen“ denke ich. Auch wenn sie jahrelang halten, kann es passieren, dass sich sehr viel Distanz aufbaut. Und irgendwann behandelt man sich wie jemand, den man nur beiläufig kennt.
Herzlichkeit und Vertrauen gehen im Laufe der Zeit vielleicht doch verloren. Gerade wenn sich bei einem von beiden, oder vielleicht sogar beiden die Lebensumstände sehr verändern. Man beginnt die gemeinsame Zeit nicht mehr zu würdigen. Die Probleme, die man gemeinsam gestemmt hat. Wie man sich geholfen hat. Und das man für einander da war. Letztendlich ist das alles nur ein einziges Blinzeln und alles ändert sich.
Diese Entwicklung macht mich traurig. Vielleicht hätte ich mehr tun können. Sollen. Vielleicht aber soll es einfach so sein, dass man irgendwann getrennte Wege geht.

Jetzt am Sonnenuntergang des Jahres habe ich noch zwei Ankündigungen zu machen.

GERRY 365

Ich habe mir ein Mammut-Projekt überlegt. Ich möchte 2021 zu etwas Besonderem machen. Vor allem für mich. Mein Plan ist, dass ich mich meinem eigenen inneren Schweinehund stelle.
Ich möchte ein Jahr lang, jeden Tag schreiben. Alles Mögliche. Was ich erlebt habe. Was ich fühle. Wie es mir so ergangen ist. Einfach alles, was ich für nennenswert erachte.

Dabei wird es drei Farben geben, in der Liste der Tage, die den Leser darauf hinweisen, ob der Tag positiv, negativ oder neutral war. Auch wird es in den Einträgen ein Pop-up bei negativen Beiträgen geben, die vor depressiven Inhalten warnen. Das finde ich wichtig. Denn meine Gedanken können durchaus düster sein.
Diese Gedanken habe ich bisher aus dem Blog rausgehalten. Aber ich möchte, dass ihr diese auch einmal kennenlernt. Ich weiß nicht, ob ich es schaffe und ob zahlen vielleicht schwarz bleiben. Aber ich will es zumindest versuchen.

Bücher

Auch hier gibt es Neuigkeiten. Ich habe im Dezember (Also diesen Monat) ein neues Mammutprojekt angefangen, was aber aktuell aufgrund von Ereignissen ruht. Ich werde alle Bücher wieder auf den Markt bringen.
Ob es 2021 wird oder erst 22 weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist der Plan, alle bestehenden Büchern komplett zu überarbeiten (Ausnahme Bloodhounds Englisch. Englische Bücher habe ich aufgegeben) und Simon Episode Eins ist tatsächlich schon fertig.

Auch ist es das Ziel, eine Shortstory endlich fertigzustellen und vor allem Simon 3 zumindest anzufangen. Ich werde und will nichts versprechen. Aber ich weiß, dass ich daran arbeiten möchte und irgendwann mal alle Bücher, die ich im Kopf habe, fertig werden.
Und es sind eine Menge. Grimmoldfield ist groß.
Zum Schluss gehört natürlich übliches Dankesblabla.
Vor allem Danke ich an dieser Stelle meinem Mann, der immer für mich da war, ist und sein wird. Ohne ihn wär das ein Horrorjahr geworden. Auch danke ich meinem Rudel, dass es da ist. Mich ablenkt von Sorgen und überhaupt das tollste Rudel der Welt ist. Danke besonders auch an Hati der mit mir den BarkCast so kurzfristig hat aufleben lassen. Es macht sehr viel Spaß mit dir.
Und einen besonderen Dank auch an Ignis, der zu einem besten Freund geworden ist und sich das ganze Jahr über mein Gejammere antut und immer für mich da ist. In vielerlei Hinsicht.

Ich möchte auch der lieben Bianca danken, auch wenn wir dieses Jahr nahezu nicht zusammengearbeitet haben, dass sie sich trotzdem alle meine Sorgen anhört.

Und auch möchte ich dir danken, dass du mein Blutzirkulationsorgan berührt hast, auch wenn es gerade sehr schwierig für mich ist. Auch die lieben Worte und Aufmerksamkeit sind sehr wichtig für mich.

Und ich danke natürlich auch meinen Top-Supportern auf Twitch den Mat und den Micha, für ihren unendlichen Support und auch die finanzielle Unterstützung.

Und last but not least, danke ich allen die meine Beiträge lesen, meine Streams schauen und meinen BarkCast mit Hati hören. Ohne euch würde das alles keinen Sinn machen. Und besonders auch jenen, die sie teilen und verbreiten. Besonders denen, die das Adventskalender Projekt geteilt haben wie Haku und Suri und die vielen anderen, von denen ich vielleicht nichts weiß.

Auch wenn ihr nicht genannt wurdet, danke, dass ihr Teile meines Lebens seid.

Ich werde weitermachen und gemeinsam lassen wir 2021 ein tolles Jahr werden.
Rutscht gut hinein und bleibt gesund.

Euer Gerry

5 Kommentare zu „Mein 2020 – Nein. Es geht nicht um Corona“

  1. Mein lieblings Gerry :)

    kenne dich ja noch nicht so lange, aber ich schreib auch hier nochmal das ich dir und auch den anderen mit denen ich so geschrieben habe sehr dankbar bin. Es ist toll das man sich mal auskotzen kann und auch mal neutrale Meinugen zu Dingen hören kann, und es tut gut zu merken das man nicht immer falsch liegt mit der eigenen Einschätzung. Das hat mir sehr geholfen die letzten Monate.

    Ausserdem fand ich auch die ganzen Texte sehr interessant, freue mich auf mehr. Gerade das du einer der wenigen bist die auch gerne mal die Tabu-Themen aufgreifen, egal ob nun aus der Pupplay Community oder aus anderen Bereichen, finde ich sehr gut. Davon müsste es viel mehr geben.

    Auch verneige ich mich davor das du auch eigene Fehler eingestehst und klarstellst was diesen Blog angeht, und auch Konsequenzen ziehst.

    Ich hoffe das wir uns alle dann irgendwann in 2021 auch mal persönlich begegnen, das wär super :)

    Ich wünsche dir und deinen Lieben alles gute in 2021 und mach weiter so!

    dogger4Hug

    Haku

  2. Im großen und Ganzen meine ich aber beobachtet zu haben, dass es dir insgesamt besser geht. Jeder braucht mal ne Pause und ganz besonders du. Denn du bist gefühlt immer für alles und jeden da mit Herz und Seele.

    Und ja, Corona nervt, aber was war nicht alles schlecht dieses Jahr. Ich hab einige Erfahrungen gemacht, die ich nicht missen wollen würde. Unter anderem auch weil ich mich von einem Problem trennen konnte, das mich die letzten Jahre schwer beschäftigt hat. Und das sogar mal ganz alleine.

    Zum Thema Liebe hab ich mich ja schon bei Polyarmorie geäußert, aber auch hier nochmal alles Beste weiterhin. Haku kann ich aber auch nur zustimmen, einem Rudeltreffen wäre ich mittlerweile auch nicht abgeneigt. Es gibt da schon den ein oder anderen den ich gerne mal in persona erleben würde. dogger4Sip

    Aber darum machen wir uns erst nächstes Jahr Gedanken. Bis dahin bleib wie du bist und lass dich nicht unterkriegen Großer. dogger4Hug

  3. Servus Gerry,
    auch ich habe dir (und deinem Rudel – knuddels an alle unbekannterweise!) zu danken. Dafür das du dieses Jahr deinen Blick dorthin gerichtest hast, wo keiner gern hinschauen mag, was jeder gern ignoriert, weil es uns dann besser geht.
    Aber diese schlimmen Dinge gibt es und es ist dein Verdienst, dass sich niemand dabei mehr herausreden kann.

    Ja, auch wir als community sind ein “nur” ein Spiegel der Gesellschaft. Alles was es dort gibt, findet man auch bei uns. “Angst” oder “Adventkalender”, “Gesellschaft” oder “community”, die menschlichen Probleme sind gleichen. Das sollte eigentlich niemand überraschen, doch viele waren/sind es und exaltieren sich darüber, dass du diese Punkte auch in der community ans Licht gezerrt hast. Sehen/sahen es als Netzbeschmutzung an, dies aufzuzeigen.

    Vielleicht hilft es den Blickwinkel zu ändern: Nur dann, wenn man hinschaut und den Dreck sieht, kann man auch aufräumen! Ja es schmerzt den Dreck zu sehen, doch verraten wir nicht eigentlich die Grundsätze unserer community, wenn wir einfach wegschauen, anstatt denen die Hand zu reichen, die ihrer bedürfen?
    Die community wird nicht schlechter dadurch, dass man sagt, da ist ein Fleck. Sie wird besser dadurch, wenn sie den Fleck sieht und versucht, ihn zu bereinigen. Auch wenn der Fleck dann vielleicht aufjault…

    “… and unconditional love is what the pup community is all about.” (Justin St.Clair: Bark!)

    Totz

    1. Hey du,

      vielen Dank für diese tollen Worte. Das zeigt, dass ich bzw. wir auf dem richten Pfad wandeln.
      Es freut mich zu lesen, dass du das, was ich tu gut findest.

      Hab ein schönes restliches 2020.

      Gerry dogger4Luv

  4. Besser spät als nie oder? dogger4Derp
    Hey Gerry,

    Ich habs jetzt auch mal geschafft hier runter zu kommentieren. 2020, ein Jahr welches ich definitiv gerne wieder vergessen kann. Es ist eigentlich nicht wirklich viel passiert. Arbeiten, Lockdown, Arbeiten, Lockdown. Aus mehr bestand mein Jahr eigentlich gar nicht.

    Das deine Beziehung Anfang des Jahres zu Ende gegangen ist, tut mir natürlich wirklich leid, aber das weißt du ja bereits.
    Ein Jahr ohne Rauchen? *applaudieren* Glückwunsch :D (vielleicht sollte ich das 2021 mal angehen…? dogger4Think)
    Ich hoffe dein 2021 wird besser als dieses verflixte 2020.

    Dieses Jahr haben wir uns ja immer besser kennen gelernt und ich freue mich jetzt schon auf das kommende Jahr, dich noch besser kennen zu lernen und unseren BarkCast weiter zu machen. Ich glaub da gibt es noch ein paar Themen :P
    Hoffentlich klappt es 2021 auch endlich mit einem Treffen, ich würde dich gerne mal irl sehen. Geplant war es ja schon für 2020, aber… Corona.

    Ich wünsch dir viel Glück und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auf das 2021 besser wird. dogger4Luv

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