ANGST #16: Finale – mein Fazit dieses Projekts

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Negatives zuerst

ANGST #16 - Finale
ANGST #16

Nachdem ich mir in vierzehn Texten nun den Sand aus der Vagina gepult habe, was mir in einem, nicht veröffentlichten, Kommentar geraten wurde, komme ich nun zu meinem Fazit der nun endenden 15 Tage des Projekts ANGST. Das „Grande Finale“ also.
Ich rede grundsätzlich von Personen. Also Mehrzahl. Ich möchte nicht, dass jemand außenstehendes auf Dinge oder indirekt auf Personen schließen kann.

Das Projekt sollte tatsächlich in erster Linie mir helfen, einige Dinge aus meiner Vergangenheit aufzuarbeiten und vielleicht, in naher Zukunft, auch endlich hinter mir zu lassen. Wobei mir die Texte Familie, Beziehungen und Emotionen am schwierigsten gefallen sind, obwohl sie die mit textlastigsten Abschnitte waren. Und tatsächlich konnte ich einen besseren Schlaf nach den ersten 12 Texten feststellen.
Ich bin schneller und vor allem mit weniger Kopfkarrussell, eingeschlafen. Für mich war es also bereits früh ein Erfolg. Jedoch gab es auch negative Kommentare und Nachrichten, die ich euch (frei widergegeben) nicht vorenthalten möchte.

Ich sei ein „fucking“ Lügner, wurde mir unterstellt. Daraufhin entbrannte eine kleine Diskussion, in der ich den Personen mal ein wenig Erinnerungen geschenkt habe, die sie vermutlich verdrängt haben. Als dann plötzlich das Thema in einer ganz andere Schiene ging, als es ursprünglich von diesen Personen gestartet wurde, habe ich die Unterhaltung beendet, mit dem Zusatz, dass ich keinen weiteren Kontakt mehr wünsche. Wie wäre es, wenn man es einfach gut sein lässt, wenn einem die Argumente ausgehen, statt neue Themen zu suchen, nur um weiter zu bashen?


Ich sollte mich in Therapie begeben, habe ich auch zu lesen bekommen. Habe ich tatsächlich schon sehr häufig in meinem Leben darüber nachgedacht und an sich ist es auch nichts Verwerfliches. Aber ich möchte dies vielleicht nicht, weil es genug Wege gibt, um sich selbst zu helfen. Und wenn diese Scheitern, dann kann ich immer noch über eine Therapie nachdenken. Aktuell sehe ich für mich jedoch keinen bedarf in diese Richtung.

Eingangs erwähnt, gabs da noch Kommentare wie „Puhl den Sand aus deiner Vagina“, die ich natürlich nicht zugelassen habe. Ich hätte ihn zugelassen, hätte er irgendwas Konstruktives, zu dem aktuellen Thema, aufgezeigt. Aber nein. Es war nur (ungefähr) dieser Satz.
Das ist für mich ein Grund, das Internet eigentlich nicht zu mögen. Jeder meint, hier dicke Eier haben zu können. Im Sinne der Anonymität. YAY.

Auch wurde mir vorgeworfen, ich sei egoistisch, weil ich ja nur mich betrachte. Was soll ich dazu sagen? JA! Es ging in diesem Projekt um mich. Um meine Sicht der Dinge. Wie ich sie gesehen, empfunden und erlebt habe. Das war das Ziel dieser ganzen Schreiberei. Einmal alles aufs Papier kotzen, was mich mein Leben lang geprägt hat. Und wenn das Egoismus ist, dann bin ich gerne ein Egoist. Um abzuschließen mit Menschen und Dingen, die mir begegnet sind, statt ewig einen Groll zu hegen. Selbst schuld, wenn man den Groll wieder aufleben lassen will.

Natürlich war ich in meiner Jugend, meinen Beziehungen, innerhalb meiner „Familie“ nicht fehlerfrei. Ich habe genug scheiße gebaut, wie jeder andere Mensch auch. Und ich denke nicht, dass ich nur den Eindruck des Unschuldslammes erweckt habe. Wenn doch: sorry not sorry. Niemand ist unschuldig.
Ich habe aber auch viele verwerfliche Dinge unterschlagen. Vieles nie geschrieben, weil es den Rahmen dieses Projekts verdoppelt hätte. Jedoch wollte ich meine Ausdauer auch nicht überreizen. Es sollte mir schlichtweg nicht schlechter gehen als vorher.

Wenn euch nicht passt, was hier steht, tut euch selbst den Gefallen und lest es einfach nicht. Die ganzen Warnungen sind nicht umsonst vor den Beiträgen geschaltet. So einfach ist das.
Allerdings werde ich einen Tag nach Erscheinen dieses Beitrags, zwei der Themen hinter einem Passwort setzen. Ziel war es, alles nieder zu schreiben. Das habe ich auch getan. Auch erste Reaktionen darauf habe ich erhalten und das sollte genügen. Natürlich steht es jeden frei, mich nach dem Passwort zu fragen, allerdings werde ich mir bei den Themen Beziehungen und Familie sehr genau überlegen, wem ich das entsprechende Passwort aushändige. Also solltet ihr das noch lesen wollen, lest es gleich. Denn ein Tag nach diesem Finale, wird es unzugänglich gemacht.

Natürlich auch positives

Kommen wir aber nun noch zu den positiven Dingen.
Ich hatte fantastische Testleser, die mir ihre Meinung zum Inhalt und der Lesbarkeit sehr ausführlich mitteilten. Sie waren mir eine enorme Hilfe und ich hoffe, dass ich wieder auf sie zurückkommen kann, bei Bedarf.
Auch das viele Feedback unter den Beiträgen hat mich etwas umgehauen. Natürlich „bettelt“ man um Kommentare, aber nur die wenigsten reagieren auch darauf. Umso mehr bin ich von eurer Teilnahme an diesem Projekt begeistert. Vielen Dank dafür, dass ihr mit diesen tollen Worten die ihr geschrieben habt, zu einem tollen Finale beigetragen habt.

Auch jene, die ausschließlich privat zu mir gekommen sind, gebührt mein Dank. Auch Eure Worte haben aus dem Projekt „ANGST“ ein Projekt mit Sinn gemacht. Viele von euch verstehen mich nun besser und können nun in etwa nachvollziehen, wie ich funktioniere. Vielleicht überwindet ihr euch doch noch, den ein oder anderen Kommentar zu hinterlassen. Ich würde mich freuen.

Nun wird es Zeit, das Projekt, bzw. das Finale des Projekts zu einem Ende zu führen. Ich danke Allen, die mich unterstützt, angefeuert und auch nur gelesen haben, in ihrem stillen Kämmerlein.
Ich hoffe für die Zukunft, dass ich vielleicht öfter mal schreiben werde im Blog und vor allem, dass dieses Projekt vielleicht auch andere dazu animiert, sich mit sich selbst auseinander zu setzen.

Wenn ihr Mal einen guten Rat braucht, stehe ich euch natürlich auch weiterhin zur Verfügung. Vor allem im immer noch laufenden Gerrys Welpen – Projekt, welches im Moment etwas still ist, weil viele sich nicht trauen.

Ich wünsche euch allen eine tolle Zeit.

Gerry

Ende – Projekt „ANGST“

4 thoughts on “ANGST #16: Finale – mein Fazit dieses Projekts”

  1. Es ist schon, wie du sagst: Im Internet hat jeder eine große Klappe. Aber die wenigsten trauen sich, auch mal ernsthaft über solche Themen zu schreiben. Und wenn es dir wenigstens ein kleines bisschen geholfen hat, war es das ja schon mehr als wert.
    Bei vielen dieser Probleme glaubt man sich oft allein. Aber wie man hier ganz gut gesehen hat, gibt es immer jemanden, irgendwo, der vielleicht nicht ganz dasselbe, aber ähnliche Dinge durchgemacht hat. Und auch das kann einen bei der Bewältigung der eigenen Probleme weiterhelfen.
    Therapeuten braucht man meiner Meinung nach erst, wenn wirklich nichts mehr geht. Und ich denke, so wie ich dich kenne, bist du von diesem Punkt noch (oder wieder, je nachdem) ziemlich weit entfernt. In dem Sinne, alles Gute weiterhin.

  2. Hey Gerry.
    Ich glaub ich hab bereits alles zu dem Projekt gesagt, im vorletzten Beitrag, will mich jz auch nicht künstlich über die negativen responses (ja, mir fällt das deutsche wort grad nicht ein) aufregen, wir wissen alle das solche leute dämlich sind.
    Aber danke für den dank und das ganze Projekt dogger4Luv
    Lg Hati

  3. Ich muss sagen, hut ab! Du hast mit deinem Angstprojekt echt was tolles geschaffen und sehr viel Mut bewiesen. Ausserdem hast du mich damit angeregt über meine eigenen Ängste nachzudenken. Vielleicht schreib ich auch was dazu, aber wohl eher privat / fürn ausgewählten Kreis.

  4. Ich find’s schön zu lesen, dass dir das Projekt selbst ein wenig Erleichterung verschafft und dir ein paar Lasten von den Schultern genommen hat. Dass du endlich einmal losgeworden bist, was dir schon lange auf der Zunge liegt und den Leuten deine ehrliche Meinung geigst, zolle ich meinen Respekt. Es erfordert viel Mut die Dinge so klar niederzuschreiben, wie sie teilweise passiert sind und den Leuten (sofern sie das hier jemals zu lesen bekommen) zu verdeutlichen, wie gravierend die Konsequenzen sein können.
    Ich hoffe an dieser Stelle aber auch, dass du dir ein paar der Meinungen und Ratschläge zu Herzen nimmst, einen Teil deiner Ängste überwindest, deinen Weg weiter nach vorne gehst und seltener zurückschaust. (den Teil mit dem Sand lass ich hier mal außen vor) Du hast der Vergangenheit zu großen Teilen den Mittelfinger gezeigt. Mehr Aufmerksamkeit sollte sie jetzt nicht mehr bekommen.

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