Gerry 365 #219: 07.08. – Wie Twitch sich selbst abschafft

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Gestern war es so weit. Die globale Preisanpassung bei Twitch trat bei uns, vielen anderen Ländern und bald auch im Rest der Welt, in Kraft. Endlich kostet ein Sub auf Stufe 1 bei uns 3,99 €, statt 4,99 € und für die Zuschauer ist das natürlich super und ich möchte klarstellen, dass das außer Frage steht. Wenn da die Krux für die Zuschauer nicht wäre. Aber dazu gleich.
Primär ging es wohl darum, dass sich auch z. B. Menschen aus Entwicklungsländern einen Twitch-Sub leisten und ihren Lieblingsstreamer Unterstützen. Im ersten Moment natürlich sehr ehrenwert für Twitch und auch sehr verständlich. Die Konsequenzen dahinter möchte ich aber auch einmal aufzeigen.

Die Einbußen

Diverse Twitch-Partner und Websites (Unter anderem GameStar und Gronkh) haben einmal Grob gerechnet, was bei Streamern so ankommt und was nach der Phase, wo Twitch noch die Lücken finanziell übernimmt, passiert. Es wird hierbei von einer Affiliate-Verteilung von 50/50 ausgegangen. Partner haben selbst verhandelte Auszahlungsgrößen.
Ein Euro weniger kann unheimlich viel ausmachen, zumal auch die Prime-Subscriptions, die viele Zuschauer nutzen, damit auch entwertet wurden. Selbst wenn ein großer Streamer es schafft, seine Abonnentenanzahl um 20% zu erhöhen, macht er dennoch ungefähr 13 Prozent weniger Umsatz (ich hab das jetzt grob überschlagen). Aber Gronkh hat hier mal eine Beispielrechnung gemacht und auch gezeigt, wie viele Neuabonnenten es bräuchte, um auf +- null zu kommen.

Und die Zahlen sind schon bei Affiliates mit 10 Abonnenten nervig zu lesen. Es bräuchte 3 zusätzliche Abonnenten, um das auszugleichen. Und gerade aktuell, wo Reaction-Müll so in Mode ist, ist es generell schwierig, mit Gaming-Content an neue Viewer zu kommen, die auch bleiben.
Selbst mittlere Streamer haben in den letzten Monaten extremen Zuschauerschwund zu kämpfen. Wo vor einigen Wochen noch 120 Zuschauer waren, sind es nur noch 70. Wo 80 waren, sind es nur noch 60.

Aber bevor ich weiter was zu kleinen und mittleren Streamern sage, komme ich zum nächsten, bereits eingetretenen, Problem:

VPN & Auslandssubs

Da Abos nicht mehr in jedem Land einen Gegenwert von $5 haben, ist die Versuchung groß, sich von einem Entwicklungsland einzuloggen und in der dortigen Landeswährung Subs für den eigenen oder für seinen Lieblingskanal zu kaufen.
Auch haben einige Streamer bereits Angebote auf EBay entdeckt a la »x Twitch-Subs from America for xx €«. Inzaynia z. B. hat solche Angebote bereits gefunden. Den Tweet dazu findet ihr hier.

Das heißt, selbst wenn Streamer nun auf einmal eine Sub-Bombe von … 20 Subs auf einmal bekommen, bedeutet das nicht unbedingt, dass man daran auch wirklich was verdient. Denn man kann nicht sicher sein, dass die auch einen Gegenwert von $5 haben. Im Gegenteil.
Die Umsätze werden bei allen Streamern auf die ein oder andere Art einbrechen und die einzigen, die daran was ändern können, werden vermutlich nichts tun, weil sie sich dafür eine unüberlegte Handlung eingestehen müssten.

Und nochmal: Natürlich ist es für den Zuschauer super. Sie sparen Geld. In Deutschland einen Euro. In Ixtapa vielleicht sogar 3. Aber die Leute, die die Arbeit machen, müssen Abstriche machen.
Honeyballcookie z. B. hat angekündigt, dass sie sich mehr auf Zeichenaufträge fokussieren und höchstwahrscheinlich weniger Streamen wird. Denn das fehlende Geld muss irgendwie wieder rein.

Da wiederum könnte ein weiterer Teufelskreis entstehen. Weniger Streamen > weniger Einnahmen weil weniger gestreamt. Es könnte daraus eine Spirale entstehen, die den mittleren Streamern zusetzen könnte.
Am Ende leiden alle Streamer unter dieser Anpassung. Seien es Kleine, Mittlere oder die ganz Großen. Jede Gruppe wird mit anderen, aber doch ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Denn am Ende möchten alle ihre regelmäßigen Payouts behalten, weil sie die z. B. brauchen, um ihre Streams zu verbessern. Und gerade für Affiliates könnte das, sehr sehr anstrengend werden.

So. Ich habe mich nun genug darüber ausgelassen. Bis morgen. Ach und hier war der dogger4Smartass – Modus aktiv.

Gerry

2 Kommentare zu „Gerry 365 #219: 07.08. – Wie Twitch sich selbst abschafft“

  1. Twitch, kenn ich , aber das wars auch schon.
    Hab zwei mal mir da was angeschaut und ein paar mal kurz in deinen Stream reingeklickt dogger4Lurk

    Aber das so gar nicht meins…

    Kann aber verstehen was du sagst, die Preissenkung könnte eine endlose Spirale auslösen.

    Das Thema mit den VPNs wird jetzt achon bei anderen Sachen wie Streamings und Abos für Musik genutzt (werde das nicht weiter ausführen). Aber der Grund dafür ist eben, dass in Russland oder indien oder wo auch immer das Abo statt 10-15€ dann nur 2-3 kostet. Was ich auch nachvollziehbar finde wegen der unterschiedlichen Verdienstverhältnisse.

    Und ich finde es übrigens super das es neue Sticker gibt, hab die entdeckt dogger4Hehe dogger4Smartass dogger4Smart
    Riesen knuddler dafür
    dogger4Yay dogger4Yay dogger4Yay

  2. Pingback: Gerry 365 #357: 23.12. – DBD… DEH BEH DEH, COUNTDOWN: 8 - DogGerry

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