MW Türchen 15: Bodyshaming

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Bodyshaming ist schon immer überall ein riesiges Thema. Egal ob in der Szene, oder einfach im ‚normalen Leben‘ auf der Straße. Überall prasseln Models mit Topmaßen auf uns ein: Zeitschriften, TV-Formate, Filme. Und in der Werbung. Vor allem in der Werbung. Dort wird damit gespielt, dass du dich eben scheiße fühlen sollst, wenn du nicht diese oder jene Standards erfüllst. Leider fängt das schon im Kindesalter an. In Zeichentrickserien, Kinderserien etc gibt es fast ausschließlich die schlanken Stereotypen. Bei Frauen ist das noch viel schlimmer als bei Männern.

Aber zum Thema an sich: Es gibt eigentlich nicht viel zu sagen dazu, außer das du einfach so sein sollst, wie DU dich wohlfühlst. Dabei geht es nicht nur um den Bauch, den man hat, sondern um alles, was den eigenen Körper betrifft. Lass dich von oben bis unten Tätowieren, häng dich mit Piercings voll, oder sei halt dick. Solange du dich damit wohlfühlst, ist es okay. Scheißegal was die anderen Sagen.
Aus eigener Erfahrung haben jüngere es hier deutlich schwerer als ältere. Da muss ich immer an Gayromeo denken, wo bei jedem zweiten Profil steht ‚kein BBB . (Brille, Bauch, Bart). Sonst brauchst mich gar nicht erst anschreiben.‘. Aber auf GR sucht man ja auch nicht die große Liebe, sondern maximal ‚ne schnelle Nummer.

Aber das Thema funktioniert in beide Richtungen: Wenn jemand sich nur mit schlanken Menschen umgeben will, kann er das machen. Das ist alles kein Problem. Es gibt auch Leute dir nur auf fülligere stehen. Auch das ist in Ordnung.

Ich bin auch nicht schlank, aber es juckt mich einfach nicht mehr. Ich bin Gesund, halbwegs fit und das reicht mir. Wenn andere da ein Problem mit haben, ist es halt genau das: Deren Problem. Nicht meines.


Jaja das Bodyshaming. Gerade im Dating und auch im Umgang miteinander, ist dies an der Tagesordnung einer jeden Gesellschaft und Community. Ich gehöre ebenfalls zu den runden Typen und das Traurige ist, ich bekomme das bei jeder möglichen Gelegenheit auch zu spüren.
Ich hatte schon immer ein Faible für schlanke Menschen. Bzw. ziehen diese mich auf sexueller Ebene mehr an. Aber ich schreibe sie schon seit sehr langer Zeit nicht mehr aktiv an, denn das was als Antwort zurückkommt, ist eher … deprimierend.

»Du bist mir zu Fett.«
»Fette sau«
»Such dir jemanden mit deinem Umfang«
»Du bist zu hässlich«

Die Chubby and Chaser Zeit, welche gerade in den Anfang 2000er sehr extrem war, ist scheinbar vorbei. Denn rundlichere Menschen werden nur noch verteufelt und mich persönlich kotzt das sehr an.
Ich habe kein Problem damit, dass man vielleicht sexuell nicht so auf rundlichere Menschen steht. Absolut nicht. Aber jemanden wegen seines Umfangs, oder den nicht vorhandenem Umfang auszugrenzen, erachte ich als falsch. In meinem Freundeskreis ist alles vertreten: (Zu) dick und (zu) dünn. Auch durchschnittliche Körperformen.

Sehr oft habe ich mich schon über die Oberflächlichkeit der Menschen aufgeregt. Und oft wurde darauf hin auch gesagt, dass ich ja nur mit mir selbst unzufrieden sei. Und lange Zeit stimmte das auch. Aber letztendlich fühle ich mich wohl, wie ich bin.

Ich denke, ich brauch nicht auf die Medien eingehen, welche Haku oben bereits schon erwähnt hat. Uns wird eingeprügelt, dass schlank sein, Modelmaße und Muskeln das A und O sind. Es sei gesund.
Schauen wir uns mal die vielen Jugendlichen an, die wegen Anorexie sterben oder in Behandlung sind. Aufgrund genau dieser »Vorbilder«. Dieser schrecklichen Vorbilder, die einen 5000 Diät Tipps geben und weitere 5000 Pseudowarnungen, dass man auf sich achten soll.
Oder die jungen Männer, die unbedingt Muskeln aufbauen wollen, komische Drinks zu sich nehmen oder ihr Sozialleben vernachlässigen und die Zeit lieber beim Sport verbringen.
Es wird darüber geschwafelt, wie wichtig es ist auf Kalorien zu achten. Bis es bei den jungen Menschen nur noch Defizite gibt. Weil Stars ja auch so schlank sind. Und andererseits bekommen Normalgewichtige auch immer an den Kopf geknallt, dass sie zu Fett oder zu dünn seien, obwohl sie toll so sind, wie sie nun einmal sind.

Was auch sehr schade ist, dass Körpermerkmale als Beleidigungen verwendet werden und dass dies sich inzwischen in den Sprachgebrauch eingeschlichen hat. Es nervt nur noch. Haku und ich fordern dabei, dass ihr verdammt nochmal aufhören sollt damit. Egal um was es geht. Es geht euch zum Fick nochmal nichts an!
Projiziert eure Unzufriedenheit nicht auf andere, die zufrieden mit sich sind und verunsichert die Leute damit. Denn das, was ihr da angreift, ist nicht das Körperliche. Sondern die Psyche.
Ich für meinen Teil gebe nicht auf, dass mich (neben dem besten Mann der Welt, der an meiner Seite ist) vielleicht doch jemand toll findet, wie ich bin. Ich werde mich nicht diesen Schönheitsidealen beugen. Natürlich sind (leicht) muskulöse Männer für mich auch ein Augenschmaus und ich würde schon gerne einmal, mit so einem in eine Stille ecke verschwinden. Aber nicht zu dem Preis, dass ich mich anpassen muss.

Das überlasse ich lieber den Menschen, die sehr unsicher mit sich selbst sind.

1 Kommentar zu „MW Türchen 15: Bodyshaming“

  1. Früher war ich mal ziemlich (und ich MEINE ziemlich) dürr. Sogar so sehr, dass mir Leute ständig irgendwas zu Essen hin geschoben haben, aus Angst ich würde vom Stuhl kippen. Es hieß immer ich wäre total blass und man machte sich Sorgen. Irgendwann zu Zeiten meiner Ausbildung hab ich dann unbewusst zugelegt, weniger Bewegung, viel Stress und und und. Bis ich dann irgendwann in der Umkleide eines Modegeschäfts hören durfte, wie sich meine Mutter, die mir ständig gesagt hat ich solle mehr essen, und mein mittlerweile Ex-Freund darüber unterhalben haben, wie fett ich bin.

    Ich hab auch schon einiges versucht, daran wieder etwas zu ändern – vergeblich, wie man sich nur unschwer denken kann. Mein letzter Versuch dieser Art war eine besondere Form der Diät, bei der es nicht darum ging, die Masse zu reduzieren, sondern nur die Inhaltsstoffe. Das einzige, was es mir letztendlich eingebracht hat, waren Magenprobleme, die mir jetzt noch hinterher hängen. Was sich wohl auch nicht mehr ändern wird.

    Zwar beziehe ich viel von meinem Selbstbewusstsein aus meinem Inneren, aber das Äußere hat auch Einfluss darauf. Ab und zu denk ich mir schon, wie gut ich doch eigentlich aussehe – wenn da nur der Bauch nicht wäre. Irgendwo will man dann ja doch schon anderen gefallen, nicht nur sich selbst, und orientiert sich dabei mehr oder minder an deren unrealistischen Vorstellungen.

    Auf Dating Sites brauch man es gar nicht erst zu versuchen. Da wird man schon von Leuten geblockt, deren Profile man noch nicht einmal geöffnet hat. Brille – Bauch – Bart. Das wäre eigentlich die perfekte Beschreibung für mich. Für alle anderen scheint das aber ein No-Go zu sein. Aktuell will sich nur einer mit mir befassen. Und auch wenn er sich am Körperlichen nicht stört, ist er doch nicht an meinem Charakter oder meiner Person interessiert, es geht ihm dabei einzig und allein … um Fetischkram. Ist auch nicht gerade gut für’s seelische Wohlbefinden.

    Letztendlich, auch wenn es einem körperlich gut geht, vermitteln einem all diese Dinge doch nur eines: Wenn man nicht den Schönheitsvorstellungen entspricht, hat man keinen Platz in der Welt und soll sich wohl ins letzte Eckchen verkriechen, allein, damit andere nicht in die Bredouille kommen, einen betrachten zu müssen. Und dann fühlen wir uns alle wie Quasimodo, obwohl wir doch eigentlich viel mehr wert sind als das.

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