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Gerry 365 #210: 29.07. – ANGST Staffel 2: #9 – Empathie

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Überall wird uns eingetrichtert, wie wichtig doch Empathie in unserer Gesellschaft und gerade im Berufsleben ist. Egal in welcher Richtung. Doch was ist, wenn die eigene Empathie sich auf den negativen Teil beschränkt. Also wenn man nur in den Gefühlen empathisch agieren kann, die man verstärkt empfindet.
In meinem Fall wäre die Wut und Traurigkeit. Empathie ist letztendlich, zumindest sehe ich das so, auch nur das Aufbringen von Verständnis für etwas.

Ich würde aber schon sagen, dass Empathie z. B. in meinem Job wichtig ist. Ich beantworte jeden Tag viele Kundenanfragen und setze ich mich auch, im Rahmen meiner Möglichkeiten, für die Kunden ein und auch für ihre Vorschläge.
Doch wenn eine E-Mail kommt, wo man sich freudig bedankt und ich eigentlich antworten müsste (Was ich auch halbherzig tu), wie gerne ich zur Verfügung stehe, kommt in meinem Kopf nur »Next!«.

Und ist dagegen jemand (berechtigt) Wütend, bin ich ebenfalls wütend. So gelingt es mir, den Kunden zu verstehen und dann geht es ans Werk ihm zu helfen. Oder zu versuchen, seine Ideen an Leute zu tragen und zu verteidigen (wenn sie einen denn lassen), die diese auch Umsetzen können.
Privat ist das allerdings schwieriger. Da gibt es keine erlernte Richtlinie, an der man sich entlang hangeln kann. Und die eigene Logik hilft auch nicht immer.

Nehmen wir meinen besten Freund. Er freut sich über vieles was bei ihm passiert. Und das „freut“ mich irgendwo auch für ihn. Aber … ich sitze dann immer so da: dogger4Shrug . Ich kann die Freude, auch wenn es logisch nachvollziehbar ist, warum er sich freut, nicht nachvollziehen.
Das Gleiche gilt auch, wenn meine Männer sich über etwas freuen. Ich sitze da und denke »Okay.«. Und ich hasse es, wenn man einfach nur »Okay« sagt. Wie die Pest. Ich kann mich einfach nicht freuen für sie. Es geht nicht.

Wenn sie jedoch traurig sind oder wütend, empfinde ich das teilweise noch schlimmer als sie selbst. Wenn ich dann sage »Ich würd ja das und das machen« kommt oft »So schlimm ist das auch wieder nicht«.
Manchmal geht meine »Empathie« aber auch so weit, dass ich Leute bedränge. Ich erinnere mich da an einige Unterhaltungen mit einem meiner Männer. Ich hatte das Gefühl, dass es ihm nicht gut ging. Und ich bohre. Und bohre. Und bohre. Bis ich irgendwann wütend aufgebe.

Mein Hirn schafft es in dem Fall nicht zu realisieren, dass jemand zeit braucht, um sich erstmal zu sortieren. Das muss mir dann erstmal jemand anderes eintrichtern. Und beim nächsten Mal hat das keinen Wert mehr und es geht von vorne los. Und schürt eine neue Angst, die Morgen auf euch zukommt.
Empathie finde ich sehr schwierig. Ich konnte mir selbst Logiken erschließen, wie ich mich wann zu verhalten habe. Wenn sich jemand freut zum Beispiel, einen lach Emoji zu schreiben. Oder wenn jemand, aus mir vielleicht unerfindlichen Gründen, traurig ist, ein trauriges Emoji.

Auch wenn ich ein Gefühl in mir zum Beispiel nicht definieren kann, antworte ich z. B. mit einem Sticker aus Telegram. Der dem am nächsten kommt. So sind auch einige meiner Emotes entstanden. Sie helfen mir, Dinge, die ich nicht so ausdrücken kann, zu signalisieren.
Empathie ist wichtig. Für mich aber unheimlich schwer, weil ich immer irgendwie ins Fettnäpfchen trete. Sowohl bei Positiven als auch Negativen. Das macht sich, und das hab ich schonmal im Emotionsbeitrag der ersten Staffel mitgeteilt, besonders bei Geschenken an mich bemerkbar. Ich weiß, die Menschen erwarten eine Reaktion. Und die gebe ich dann auch. Aber ich empfinde sie nicht.

Aber man kann meine Freude tatsächlich erkennen, zumindest bei funktionalen Dingen. Benutze ich sie, wie z. B. spiele ich ein Spiel, freue ich mich. Benutze ich sie nicht, war das eher ein Griff ins Klo. Denn eines hab ich gelernt: Sage ich, dass mir was nicht gefällt, sind Leute wütend auf mich. Freu ich mich nicht genug, also Schauspieler ich nicht genug, auch.
Da fehlt mir tatsächlich die Empathie, das einzuschätzen und Menschen eben nicht zu verletzen.

Gerry

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5 Kommentare zu „Gerry 365 #210: 29.07. – ANGST Staffel 2: #9 – Empathie“

  1. Erst einmal: Das große rote Ü sieht aus wie ein echt lang gezogenes, lächelndes Gesicht. dogger4Hehe

    Und ja, ich berichte von vielen Dingen, einfach nur um mich mal mitzuteilen und manchmal auch, weil ich nichts Besseres beizutragen hab, aber auch nicht nichts schreiben will. dogger4NotSure Ich muss aber sagen, dass mir Empathie wesentlich leichter fällt als den meisten anderen. Ich muss jemanden nicht persönlich sehen oder kennen, manchmal reicht schon das Geschriebene Wort, dass ich weiß, was jemand denkt oder fühlt. Und in einigen Fällen sogar, bevor derjenige es selbst weiß. Auch bei dir, das kriegst du nur nicht immer mit. dogger4Hehe Aber deswegen kann ich mich so gut in die Leute hinein versetzen und ihnen nicht unbedingt die Antwort geben, die sie brauchen, aber die, die sie gerne hören würden. dogger4Shrug

    Ich wär also quasi das genaue Gegenteil von dir in dem Fall. Allerdings hab ich auch das Problem, dass ich wortwörtlich mitfühle, sei es nun Freude (Yay!), Trauer (meh) oder Wut (Nay!). dogger4OMG Deswegen ist ein Streit mit mir auch so kompliziert … und deswegen vermeide ich es zu streiten wenn möglich. Denn da würden sich zwei einfach nur gegenseitig hoch schaukeln. Und wie das aussieht, hast du ja bestimmt noch ganz gut in Erinnerung. dogger4Sip Wenn du da nicht irgendwann die Bremse ziehen würdest, würde wahrscheinlich wer weiß was passieren.

    In dem Sinne. Manchmal siegt Logik über Empathie. Und ich bin wie ich immer schon sage, rational, wenn nicht emotional-sentimental, aber letzteres überschreibt halt alles andere. dogger4Notice

  2. Empathie ist für mich etwas, was man für gewisse Menschen hat, oder eben nicht. Empathie ist in meinen Augen nichts, was man lernen kann. Es ist für mich aber auch nichts, was man unbedingt braucht. Sie ist gefühlt zu einer Art „gesellschaftlicher Konvention“ geworden.
    ‚Du musst für deine Freunde/Bekannte/Schwippschwager 5ten Grades aus Honululu emotionale Stütze sein‘ – I call bs. (bulls*t)
    Wenn ich keine emotionale Bindung zu einem Menschen habe, kann ich ihm, so nah er mir in gesellschaftlichen Beziehungen auch steht, nicht empathisch gegenüber sein. Ich kann Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Muss ich mich dabei aber annähernd so dreckig/ängstlich/happy fühlen, wie der gegenüber? Nö.
    Diese emotionale Distanz, die du dadurch gewinnst, ist manchmal mehr Wert als zusammen eine Träne zu vergießen, weil sich die Gesamtsituation dadurch un-/logischer aufschlüsselt und du wesentlich effizientere Ratschläge geben kannst.

    In unserem Freundeskreis sage ich immer: „Mein Mann is der logische Part. Brauchst du Ratschläge, die sinnvoll sind, frag ihn. Wenn du Seelsorge, emotionalen Beistand oder esoterische Erleuchtung suchst, komm zu mir“ – Bestes Beratungsteam eva! dogger4Butt

    Ich persönlich schätz mich glücklich, dass du in diesem Bereich einfach du bist, weil wir uns dadurch einfach super ergänzen. dogger4Luv

  3. Pingback: Gerry 365 #201: 20.07. – ANGST Staffel 2: #0 – START - DogGerry

  4. ich bin wohl auch zu logisch… dogger4Shrug und zum Thema Geschenke hab ich irgendwann auch schonmal kommentiert, dass ist wie Sheldon sagt: ein Geschenk ist kein Geschenk, sondern eine Verpflichtung. man verursacht da bei anderen das Gefühl, dass die einem auch was schenken müssen…
    (warum auch sonst, wird bei Verkaufsgesprächen und co. z.B: ein Getränk angeboten, denn damit ist man sozusagen bereits im Zugzwang (wenn auch unbewusst))

    der Absatz mit der Email und „wie gerne ich zur Verfügung stehe“ da musste ich schmunzeln, denn das kenn ich und ich vermeide es, sowas zu schreiben, denn ich will nicht, das ein Kunde sich wieder meldet dogger4Shrug , denn solange er sich nicht meldet hat er keine Probleme und ich damit auch nicht dogger4Hehe . Wenn bei uns ein Fall abgeschlossen ist, verweise ich eher darauf, dass man sich auf Fall xxxx berufen soll. macht es beiden Seiten leichter und ich spar mir die Suche.

    Ich benutz auch gern die Sticker, nur leider gibt es nicht immer die Passenden, ähnlich wie hier, da fehlt mir auch regelmäßig einer der zwar traurig ist, aber nicht gleich in strömen heult oder so ähnlich, aber egal, gibt schlimmeres dogger4Shrug

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