MW Türchen 20: Hass

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Einer von den ersten Leuten, mit denen ich mich getroffen hab, war ungeoutet. Er war allgemein ziemlich zurückhaltend, eingeschüchtert. Was ihn so belastete? Es war sein Vater. Denn der betrachtete Homosexualität als Krankheit. Demnach hat er ihm gegenüber auch nie ein Wort dazu erwähnt.
Dadurch fiel es ihm aber auch schwer, sich zu binden. Vor allem, wenn die Familien seiner Partner ins Spiel kamen. Alles, was er brauchte, war ein bisschen Selbstvertrauen. Danach lief es auch mit den Beziehungen. Auch in der eigenen Familie.

Die einzigen Waffen, die gegen Hass wirken, sind Verständnis und Einsicht, auf beiden Seiten. Die Leute müssen verstehen, dass es falsch ist, andere Leute aufgrund ihrer Sexualität, Herkunft, Hautfarbe, Religion oder anderer Gründe zu meiden oder gar zu verletzen, egal ob körperlich oder psychisch.
Die andere Seite muss aber auch begreifen, dass es nicht falsch ist, zu sein, wer man ist. Sie verkriechen sich aufgrund einer Besonderheit, die nicht mehr besonders sein sollte.
Sei stolz darauf und zeige es ruhig. Ich hab auch nach meinem Outing ein paar blöde Sprüche über mich ergehen lassen müssen, aber das ebbt ab. Denn wenn du dich nicht davon entmutigen lässt, verlieren sie schnell das Interesse. Und was noch viel wichtiger ist: Teile deine Erfahrungen mit Leuten, denen es ähnlich geht wie dir. Dann wird es auch dir besser gehen.


Kleines Vorwort: Auch wenn es vielleicht einen anderen Eindruck erweckt: Der Beitrag ist #NotSponsored und die genannten Firmen wissen nicht einmal, dass ich über sie schreibe.

Hatespeech ist gerade in der Hochform unserer Kultur. Und es hört leider nicht bei den von Ignis genannten Themen auf. Es soll hier auch nicht nur um diese Themen gehen. Hass geht inzwischen tiefer und fängt bereits bei Kleinigkeiten an. Herzlich willkommen in der #CancelCulture.

Hass wird immer leichter geschürt. Gerade von Menschen, die sich für sehr gerecht halten, geht inzwischen unheimlich viel Hass aus. Und den zeigen sie. Mit allen Mitteln, die das Internet ihnen bietet. Hier ein kleines Beispiel:
Kennt ihr true fruits? Diese leckeren Smoothies in wiederverwendbaren Glasflaschen? Ich liebe sie. Und auch ihre Marketing-Abteilung.

True fruits gehört in meinen Augen zu den tolerantesten Firmen, die es auf unserem blauen Planeten gegeben hat. Und sie sind sehr gesellschaftskritisch in ihren Kampagnen. Nehmen wir mal True fruits Vanille. Dieser Smoothie war in einer eleganten, schwarzen Flasche vertrieben und sehr aggressiv beworben worden. Unter anderem mit Sprüchen wie:

‚Unser Quotenschwarzer‘
‚Schafft es selten über die Grenze’
‚Noch mehr Flaschen aus dem Ausland‘
‚Bei uns kannst du kein Braun wählen‘
‚Schwarzvergleich – Bei uns sind alle gleich groß‘

Ich könnte ewig so weiter machen. Aber statt über diese Botschaften genauer nachzudenken, wurde gleich purer (genauso pur wie deren Fruchterzeugnisse dogger4Hehe ) Hass verwendet, statt sachlicher Konversation.

Natürlich sind diese Sätze durchaus prekär. Aber gibt es keinen anderen Weg, als Firmen für etwas zu tadeln und dabei gleich alle Möglichkeiten des Bashings zu nutzen?
In Deutschland und auch in Österreich wollte True fruits mit dem Satz ‚noch mehr Flaschen aus dem Ausland‘ und ‚Bei uns kannst du kein Braun wählen‘ die politische Lage angreifen. In Deutschland ist es wohl die AFD, die zu dem Zeitpunkt sehr erstarkt und in Österreich… Naja. Ich gehe davon aus, dass ihr Bescheid wisst.
Schwarzvergleich z.B. kämpft gegen Klischees, mit denen dunkelhäutige Menschen sehr oft zu kämpfen haben. Ihr wisst schon… Schwarz … Schwanz… Dieser Bullshit.

‚Schafft es selten über die Grenze‘ war tatsächlich eine Anspielung auf die Verkäufe in Österreich. Denn da hat sich der Smoothie in der schwarzen Flasche so gar nicht verkauft.
Merkt ihr was? Hinter den Slogans steckt Kritik. Kritik an Rassismus und Braune(hust blaue hust) Politik.

Aber auch andere Unternehmen, wie z. B. Bahlsen, haben stark mit Unterstellungen zu kämpfen gehabt. Auch alte Kinderprogramme wie z. B. Willie wills wissen und der Sandmann, sind stark diesem Hass ausgesetzt gewesen. Und auch das ist Hass, den wir bekämpfen müssen, sowie auch die von Ignis genannten Bereiche.

Was ich eigentlich sagen will, ist, dass Hass, in welcher Form und bei welchem Thema er auftritt, alles andere als zu tolerieren ist. Über Rassismus, Diskriminierung von Homosexuellen und so weiter, haben und werden wir genug diskutieren. Das hat uns blind für den Hass gemacht, den wir künstlich erzeugen.
Wir müssen endlich aufhören in Sachen Rassismus, Frauen-, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie hineinzuinterpretieren, die nie für sowas gedacht sind oder sogar ehrenwerte Hintergründe haben. Kümmern wir uns lieber um die wirklichen Probleme, die uns AfD, NPD, FPÖ und Co ins Land bringen. DAS sind die Menschen, die wirklichen Hass verbreiten!

#NeinZumHass

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