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Gerrys Welpen #6: Besondere Wuffel, überall

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Bevor ich anfange, möchte ich darauf hinweisen, dass die Begriffe »behindert«, »eingeschränkt«, »psychische Störung(en)« oder ähnliche Begrifflichkeiten nicht als Beleidigungen zu verstehen sind. Jedoch sind diese Begriffe für diesen Blog essentiell wichtig und da ich »besonders« nicht unbedingt als richtig empfinde, da diese Menschen ein Recht darauf haben genauso behandelt zu werden, wie alle anderen Menschen auch.

Ich habe lange überlegt, unter welche Kategorie ich dieses Thema setze. Da gäbe es den Daily-Blog. Doch dafür finde ich das Thema zu speziell. Als Nächstes hätten wir noch die »Gerry bellt« Bereiche. Aber ich will hier nicht nur schimpfen, auch wenn ich schimpfen werde. Und dann gibt es noch die Kategorie »Aus dem/meinem Leben«. Aber es betrifft mich nicht direkt. Daher auch eher nicht.
Schlussendlich habe ich mich für mein Gerrys Welpen – Projekt entschieden, weil man mir die Geschichte auch zugetragen, und damit einen kleinen, großen Stein ins Rollen gebracht hat.

Nach meinem Blog Nummer #9 ist man auf mich zu gekommen und hat mir eine Geschichte erzählt, über die ich erstmal Nachdenken musste. Es geht hierbei um Menschen, die körperliche oder geistige Behinderungen, oder psychische und kognitive Probleme haben. Ich machte mich daher auf die Suche nach weiteren Geschichten, die Menschen von sich preisgeben möchten.
Ich habe mir Unterstützung gesucht und wurde zu diversen Menschen weitergeleitet und auch in entsprechenden Gruppen wurde mein Anliegen herangetragen oder ich dürfte es selbst vortragen. Ich führte viele Chats, Telefonate und habe sehr viele Sprachnachrichten zu diesem Thema gehört. Eine Woche lang habe ich nahezu meine gesamte Freizeit nur in dieses Thema investiert.

Es kamen so insgesamt fünf Geschichten und Eindrücke von dieser Personengruppe zusammen. Davon drei mit geistigen Beeinträchtigungen, einer mit kognitiven Problemen und eine Person mit körperlichen Einschränkungen.
Zusätzlich hat mir eine Person ihre eigenen Eindrücke vermittelt und ich habe mit zwei Leuten gesprochen, die zwischen behinderten und den „normalen“ Wuffeln vermitteln und auch schon öfter vermittelt haben.
Um weder den Blog, noch den BarkCast zu überladen, habe ich die Fälle gesplittet. In diesem Blog werden Fälle dargestellt bzw. wiedergegeben, die im BarkCast nicht auftauchen, sowie auch umgekehrt. Es wird auch Abschnitte geben, die in beiden Medien zu finden sein werden. Ich werde den Fällen keine direkten Namen zuordnen, auch wenn ich die Erlaubnis zu fast allen Dingen habe. Manche werden, wenn die Protagonisten sich wieder erkennen als Täter, Helfer oder Betroffene, genau wissen, um wen es geht. Aber allgemein werde ich Namen außen vor lassen.

Aber genug der Einleitung. Genug der langen Rede. Wir legen los.


Allgemeines Empfinden

Während meiner Anwesenheit in diesem Kreis ist mir eine Sache sehr, sehr bewusst geworden. Diese Menschen fühlen sich sehr oft allein und allein gelassen. Es ist schwer für sie, unabhängig ihrer Behinderung, Menschen zu finden, die sie verstehen können. Es ist schwer für viele von Ihnen (nicht für alle!) Freundschaften zu schließen. Geschweige denn Partnerschaften.
Ich habe mitbekommen, dass die Freundeskreise dieser Menschen sich auf ein minimum beschränkt und Einsamkeit ein sehr häufiger Begleiter dieser Menschen sind. Ich möchte allerdings mit diesen Zeilen nicht erreichen, dass ihr jetzt auf Biegen und Brechen Freundschaft mit ihnen schließen sollt. Das wäre nicht zielführend. Das Ziel dieses Blogs ist nur eines: Kein Mitleid. Das bekommen sie genug. Aber Offenheit, Respekt und Verständnis.

Gerade behinderte Menschen, oder Menschen die Probleme mit ihrer Psyche haben, z. B. ein Monster im Kopf, haben oft Sorgen, Probleme und sehr, sehr viele Ängste. Gruppen wie sie es in Telegram zu Hauf gibt, sind für sie ein wichtiger Halt und die erste Anlaufstelle, wenn es ihnen mal nicht so gut geht. Was einem Gesprächspartner, und auch mir, als ich noch aktiv in vielen Gruppen war, aufgefallen ist, ist dass viele dieser Gruppen jedwede Form von Negativität im Keim erstickt.
Sie sollen die Gruppe nicht runterziehen. Sie sollen sich professionelle Hilfe suchen. Sie sollen sowas doch privat machen. Gerade bei der letzten Aussage scheint vielen nicht bewusst zu sein, dass diese Menschen vielleicht gar keine andere Möglichkeit haben, ihr Leid anderen kundzutun. Sie werden abgekanzelt. Oder es werden so viele Sticker gepostet, dass deren Anliegen unter geht.

Natürlich gibt es Dinge, die gehören nicht in Gruppen. Selbstverletzendes Verhalten oder Selbstmordgedanken allen voran. Da würde ich niemandem einen Vorwurf machen, dass er das in seiner Gruppe nicht möchte. Aber die Mehrheit ist einfach fertig vom Tag. Und möchte sich einfach mal ausheulen. Und das tun Menschen in Gruppen, wo sie sich zuhause fühlen. Und viele Gruppen geben einen das Gefühl, dass man mit seinen Sorgen nicht willkommen ist. Puppy- bzw. Dog-Play ist ja schließlich eine rosarote Regenbogenwelt, in der nichts Schlechtes existiert.
Mein Interviewpartner hat mir in diesem Fall aus der Seele gesprochen. Es dreht sich nur um die heile Welt, ums Vögeln und lustigen bzw. süßen Stickern. Und dafür, dass die Community immer den absoluten Zusammenhalt predigt, ist das Handeln vieler sehr widersprüchlich. Vielleicht denken die Leute mal darüber nach, dass ein wenig Aufmerksamkeit gegenüber des Leids anderer ihnen helfen könnte, wieder zu lächeln. Denn dieses Lächeln verhindert manchmal den Fall in den Abgrund.

Betroffene

Fall 1: ADS – die Angst, es anzusprechen.

Dieser Interviewpartner hat mich darum gebeten den Unterschied zwischen ADS und ADHS ein wenig zu beleuchten und ich werde dafür seine Erklärung verwenden, da ich denke, dass er als betroffener genau wissen wird, wovon er redet.

Also ADS bedeutet Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom das heißt, ohne Behandlung kommt es am Tag häufiger vor, dass man nicht vernünftig konzentriert ist oder durch die Gegend guckt, als wäre man nur noch eine Hülle. Klar man hat hin und wieder auch mal „seine 5 Minuten“. Bei mir äußern die sich in körperlichen Ticks oder in Zwangshandlungen.
ADHS bedeutet Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Heißt, man ist zusätzlich zu dem drüber Beschriebenen noch hyperaktiv. Was so viel bedeutet, dass man sich ohne Behandlung viel bewegen will, sehr unruhig ist oder einfach mal los brüllt.

Ich denke, dass die Erklärungen sehr kurz und nur sehr oberflächlich erklärt worden sind. Aber das hier ist auch kein Medizinblog und ich denke, man kann sich selbst sehr informieren. Zurück zum Fall.
Dieser Wuffel, mit dem ich schon länger sporadisch Kontakt hatte, und als durchaus sympathisch erachte, hat mir gesagt, dass er aus Angst vor der Ablehnung nicht über seine Störung redet. Und wie wir alle Wissen, spätestens seit dem ANGST-Projekt, hat jede Angst ihren Ursprung. So auch bei ihm.

Wenn dieser Wuffel doch mal darüber gesprochen hat, kamen oft nur noch dumme Sprüche. Man soll sich nicht so haben und sich professionelle Hilfe suchen. Dabei denken viele nicht darüber nach, was sie da so vor sich hin brechen. Ich habe mich mal ein wenig für euch schlaugemacht.
ADS- oder ADHS erfordert mehr als nur ein paar liebe Worte. Und auch ein paar Sitzungen reichen hierbei nicht aus. Es leiden sehr viele Erwachsene darunter, weil es im Kindesalter nicht, oder falsch diagnostiziert wurde. Die Therapien für diese Menschen sind sehr umfangreich und nehmen viel Zeit in Anspruch.

Bei meiner Recherche dazu bin ich auf ein Buch gestoßen „ADHS ist heilbar“ und habe mir auch die Rezensionen angeschaut. Ich war durchaus sehr irritiert. Denn das, was ich vorher darüber gelesen habe, war eher „Betroffene lernen in den Therapien den Umgang mit dieser Störung“. Von Heilung habe ich vor diesem Buch nichts sehen können.
Zusätzlich wird ADS und ADHS teilweise und bei schweren Verläufen, auch medikamentös behandelt. Wie beide Begriffe schon beinhalten, handelt es sich um eine Störung. Und mit einer Störung muss man ein ganzes Leben lang auskommen. Die Therapien helfen betroffenen ein halbwegs normales Leben zu führen.
Ihr solltet vorsichtig sein, was ihr solchen Leuten an den Kopf werft. Sie haben vielleicht schon hunderte Stunden an Therapien gehabt. Nehmen Tabletten. Und arbeiten jeden Tag an sich.

ABER(!): Ich möchte auch die positiven Dinge betonen. Es gibt bei diesem Wuffel auch Leute, die auf ihn zukommen, wenn er mitteilt, dass er ADSler ist. Sie fragen nach und entwickeln ein großes Verständnis dafür, warum er so ist, wie er ist und Dinge so tut, wie er es halt eben macht.
Aber nach meiner allgemeinen Recherche würde ich hier die Behauptung aufstellen, dass es nur die wenigsten Leute betrifft.

Fall 2: Nur gute Erfahrungen.

Dieser Gesprächspartner hat eine schwere, körperliche Beeinträchtigung und sitzt im Rollstuhl. Er hat mir den einzigen rein positiven Fall geschildert, den ich weder den Hörern des BarkCasts noch den Bloglesern vorenthalten möchte.
Kurze Erklärung zu diesem Wuffel: Wie bereits erwähnt sitzt dieser nette Wuffel in einem Rollstuhl und im Laufe der Zeit fällt es ihm immer schwerer, seine Gliedmaßen zu bewegen. Er ist also zu 100 % an den Rollstuhl gebunden.

Er hat mir von seinen Erfahrungen auf CSDs, Stammtischen und anderen Events, innerhalb der Community, erzählt. Man ist ihm gegenüber immer sehr zuvorkommend und gerade bei treppenreichen Events, gibt es oft mehr Helfer, als eigentlich helfen können.
Er hat mir auch von einer Geschichte erzählt, die im Laufe des Projekts zu einer kleinen Überraschung geführt hatte. Er berichtete mir von einem jungen Mann, der ihm auf einen CSD in Nürnberg einen Regenschirm über ihn gehalten hat, damit er und sein elektrischer Rollstuhl, nicht nass werden.

Dieser junge Mann, entpuppte sich als einer meiner Gesprächspartner zu diesem Gerrys Welpen – Blog. Ich habe diese beiden zueinanderfinden lassen und freue mich sehr darüber. Ich hoffe, dass sich daraus eine tolle Freundschaft entwickelt.
Generell hat mir dieser Fall gezeigt, dass es doch durchaus aufrichtige Menschen noch in dieser Community gibt.
Allerdings, habe ich da dennoch meine Bedenken zu, die ich im Schlusswort äußern werde und unter anderem auch meinen Interviewpartnern, die als Vermittler tätig sind, aufgefallen sind.

Fall 3: Kognitive Störungen – Ein Herrchen leidet auch

Ich habe eben einen jungen Mann erwähnt. Dies ist er und er ist kein Wuffel. Er ist ein Herrchen und ein sehr, sehr toller Mensch. Es war eher Zufall, dass er hier in diesem Blog landet. Da ich normalerweise Menschen so nehme, wie sie nun mal sind, wusste ich davon nichts.
Dieses Herrchen hat mehrere Probleme, die ihm ab und an das Sozialleben erschweren und ihn in ein kleines Loch werfen. Und so, wie mit ihm manchmal umgegangen wird, finde ich es megabedauerlich. Denn er ist einer der tollsten Menschen, die ich je in dieser Community und in meinem Leben kennenlernen dürfte.

Er ist sehr kurzatmig. Prinzipiell. Und manchmal hyperventiliert er dann auch. Hyperventilationen sind in 95% der Fälle Ursache einer großen psychischen Anspannung (Quelle: https://www.eurapon.de/blog/erste-hilfe-massnahmen-bei-hyperventilieren/ ). Also dass ist durchaus auch eine Kopfgeschichte.
Zusätzlich ist dieser Mensch sehr vergesslich. Auch Dinge, die erst vor wenigen Minuten passiert sind, hat er manchmal vergessen. Dies führt leider oft dazu, dass er als dumm, ignorant, egoistisch abgestempelt wird. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass er nichts davon ist.

Mir fehlt das Verständnis dafür, dass man nicht auf den Menschen zugehen kann und fragt, warum er Dinge vergisst. Warum ihm Dinge nicht einfallen, die gerade erst gesagt oder getan wurden. Ich denke die drei Sekunden Atemluft, sollte jeder haben können, statt gleich mit Beleidigungen, die auch hin und wieder fallen, wie er mir bei Nachfragen sagte, um sich zu schmeißen. Oder, wenn es mal passiert, dass jemand nachfragt, wird es nicht ernst genommen, obwohl Neurodivergenz ein wirklich wichtiges Thema ist. Aber das spiegelt auch gut das Niveau der Mehrheit unserer Gesellschaft wieder.
Ich könnte jetzt einen langen Psalm darüber beten, was ich mir wünschen würde. Aber dann würde ich meinem eigenen Fazit vorweg greifen.

Das war es an dieser Stelle auch erst mal mit den Betroffenen. Einen wirklich schweren Fall habe ich mir für den BarkCast aufgehoben. Also hört da mal rein.

Vermittler

Da ich für den Blog und für den BarkCast jeweils nur ein Vermittler habe, setze ich hier keine Zwischenüberschriften. Hier habe ich gezielt Fragen gestellt.

Warum hast du angefangen, als Vermittler tätig zu werden?
Er war in der Schule selbst immer Außenseiter, außer wenn es um Arbeit innerhalb von Gruppen ging und ihm wurde nicht geholfen. Er weiß daher, wie es ist, keine Hilfe zu bekommen, und hat daher den Drang diesen Betroffenen zu helfen, die schwere Probleme haben und vielleicht nicht zurechtkommen.
Auch hilft er, den Tätern nicht weiter abzurutschen und Verständnis für die behinderten Wuffel zu wecken, damit es auch etwas zukunftsweisend was bringen kann. Mein Interviewpartner hat auch beim DRK bei Sanitätsveranstaltungen als Gruppenführer aus diesen Gründen gearbeitet. Dies könnte diese arge Hilfsbereitschaft zusätzlich noch erklären.
Er hat selbst festgestellt, dass die Täter oft aufgrund von Unwissenheit sich selbst damit denunzieren, weil sie gegenüber wissenden handeln. Also wenn einer was Schlimmes tut im Beisein von Menschen, die über diese Einschränkungen Bescheid wissen.

Seine allgemeinen Beobachtungen:
Leute reagieren auf ungewöhnliche Verhaltensweisen, die gerade Psychisch beeinträchtige mit sich bringen, sehr bis zu extrem genervt. Selten kommt es vor, dass dem Genervtsein im sehr öffentlichen Raum nachgegeben wird. Dies macht die Arbeit ab und zu etwas schwer, da dies auch viel Unruhe mit sich bringt.
Meist erfolgt dieses Nachgeben jedoch in privaten Nachrichten, z.B. bei einem der Raumadmins. Nachdem dann ein wenig Aufklärung betrieben wurde, im Rahmen dessen, was natürlich preisgegeben werden darf, folgt meist Verständnis oder sogar Betroffenheit.

Ist es denn leicht zu vermitteln?
Bisher waren seine Erfahrungen fast immer sehr positiv verlaufen, wenn es darum ging, die Probleme aufzulösen und mehr Verständnis zu schaffen.
Selten muss er tiefergehend einschreiten und da ist es sehr schwierig, besonders bei aufklärungsresisten Menschen, in der Situation deeskalierend zu agieren ohne sich selbst, außenstehende oder beteiligte dabei körperlich und psychisch zu verletzen oder dass sich die Leute selbst verletzen. Oder den Gedanken dazu hegen.

Dieser Vermittler ist in jedem Falle ein Schatz für unsere Community und wir brauchen mehr solche Leute. Vor allem Leute, die aufeinander zugehen können. Die sich dieser Wuffel annehmen und dann ein besseres Umfeld für uns alle schaffen können.

Appelle

An die Betroffenen: Natürlich gibt es da draußen auch Wuffel, die auf andere zugehen. Und oft kommt es auch vor, dass diese für ihre Nachfrage angeblufft werden. Oder sogar Beleidigungen an den Kopf geschmissen bekommen.
Auch wenn es euch manchmal schwerfallen wird, solltet ihr versuchen dies nicht als Angriff zu sehen. Seht es als Hilfsangebot. Man will euch verstehen. Man will euch kennen lernen. Und euch helfen, einen Platz in dieser Community zu finden. Und dies bedeutet, dass ihr an euch mit arbeiten müsst. Es ist ein Geben und Nehmen. Ihr bekommt Hilfe und müsst Vertrauen dafür hergeben. Ihr bekommt eine Führung, dafür müsst ihr an euch arbeiten. Das ist wichtig für euch alle.

An alle: Wenn ihr denkt, dass irgendwas anders ist, als bei anderen, geht auf diesen Menschen zu. Zeigt euer Interesse an den Menschen unter der Maske. Warum agiert er so? Warum macht er Dinge, oder halt eben nicht? Vielleicht werdet ihr feststellen, dass genau dieser Mensch nichts dafür kann.
Und am wichtigsten ist, dass ihr aufhört Leute aufgrund von Verhaltensweisen sofort zu verurteilen. Oder, wie man im BarkCast hören wird, regelrecht zu mobben. Denn da ist ein Fall, wo ich nicht nur meine Krallen ausfahren wollte, sondern auch Leuten am liebsten an die Gurgel gesprungen wäre.

Wenn ihr mitbekommt, wie jemand gemobbt wird, aufgrund von Verhaltensweisen, sei der Wuffel nun behindert oder nicht, steht auf und sorgt dafür, dass es aufhört. Gerade die hier genannte Personengruppe ist damit, sofern ich das beurteilen konnte, schwer aus der Bahn zu werfen. Für sie ist das, was sie tun, normal. Und das was wir tun manchmal unverständlich.
Ich finde, dass Mitleid an dieser Stelle fehl am Platze ist. Denn Mitleid macht die Menschen nicht „normal“. Und ich denke, sie müssen auch nicht normal sein. Das Einzige, was sie wollen und wirklich brauchen ist Offenheit und Akzeptanz. Ihr müsst sie nicht lieben. Aber zeigt ihnen, dass sie auch zu uns gehören. Und nicht nur „normale“ das oberste Gebot sind.

Zusätzlich würde ich mir von allen Gruppen wünschen, dass sie allen Menschen den Raum lassen, auch mal schlechte Tage anzusprechen und sich Trost zu suchen, den sie dringend brauchen. Wird das im Keim erstickt, kann es passieren, dass daraus schwere Depressionen werden. Und die Gemeinde der psychisch belasteten würde wachsen. Nur wegen der Regenbogenbrille.
Es tut niemanden weh, zu lesen „Hey. Ich hatte heute ein schlechten Tag und heule.“ und noch weniger tut es weh, nachzufragen, „Was ist denn passiert?“ und wenn das Thema zu gravierend wäre, dann privat weiter zu reden. Aber sofort alles zu verharmlosen oder verschwinden zu lassen ist absolut falsch!

DENN DAS! Das ist das, was aktuell vermittelt wird.

Mein Schlusswort

An dieser Stelle bin ich bei 2733 Wörtern in diesem Blog und komme nun zu meinen Spekulationen und meiner Meinung. Mir und einigen anderen ist aufgefallen, dass körperlich Behinderte mehr akzeptiert werden, als jene, deren Behinderung und Probleme mit dem Kopf nicht gleich anzusehen sind.
Ich habe den Eindruck bekommen, dass wenn jemand körperlich beeinträchtigt ist, sich förmlich um die Hilfe gerungen wird. Das wird definitiv nicht auf jeden zutreffen, der Hilfe leistet. Da werden genug bei sein, die wirklich helfen wollen. Da bin ich mir sicher. Aber bei dem, was ich alles gehört habe, wird es sicher auch vorkommen, dass Leute helfen, um sich selbst einfach nur besser zu fühlen. Da bin ich mir noch sicherer.

Geistig Behinderte oder Menschen, die Problemen mit dem Kopf haben, werden meist zu Außenseitern. Erst recht, wenn sie es Ansprechen. Oder sie werden zu Außenseitern gemacht, indem man sie von Veranstaltungen oder Gruppen ausschließt, weil sie zu „anstrengend“ werden. Man setzt sich nicht mit dem Thema auseinander, sondern schiebt es von sich und von der Community weg, als würde es nicht existieren.
Das darf nicht sein! Wir alle müssen endlich offener werden, dass es unzählige psychische Erkrankungen und Einschränkungen da draußen gibt. Genauso wie körperliche. Und dass diese Menschen ein Bestandteil unserer Community … nein. Unserer Gesellschaft sind und genauso ein Recht auf sowas wie Fetisch und Kultur haben.

Ja sie mögen manchmal anstrengend sein. Und manchmal möchte man in die Tischkante beißen, weil sie Dinge einfach nicht verstehen. Aber hinter ihren Einschränkungen sind oft liebevolle Menschen zu finden, die genauso ein Recht haben geliebt und gemocht zu werden, wie wir alle anderen auch.
Und dass sie nicht als solche Menschen gesehen werden, ist absolut schade.

An dieser Stelle möchte ich mich bei folgenden Leuten für ihre Unterstützung bedanken und auch für die Bereitschaft, ein Teil ihres Lebens mit mir so bereitwillig zu teilen.

Malani, Odin, Toffi, Zic, Tylor, Morpheus, Achamp, Suri sowie allen Unterstützern und auch jene, die anonym bleiben wollten.

Euer Gerry

Nachtrag: Ihr seid auch ein besonderer Wuffel? Es gibt einen Platz für euch. Wendet euch einfach via Telegram an @pup_Morpheus und er geleitet euch zu diesem Ort.

15 Kommentare zu „Gerrys Welpen #6: Besondere Wuffel, überall“

  1. Pingback: Gerrys Welpen - DogGerry

  2. Danke Gerry.

    Dieser Blog ist so wichtig und danke das du dir die Mühe gemacht hast das alles zusammen zu tragen und dir sie Zeit genommen hast so vielen zuzuhören.

    Auch danke an alle die zu diesem Blog ihre Erfahrungen geteilt haben.

    Besonders statt Behindert.

    Der_Suri

  3. Danke Dir für diesen Text und dass du darüber berichtest. Ich bin selbst Betroffener. Und mein Empfinden ist leider der selbe. Ich habe schon oft erlebt, wie Wuffels, die ihre Sorgen loswerden wollten, einfach ignoriert oder dumm angemacht wurden. Deswegen habe ich meine Sorgen nie offen gezeigt.
    Die Aussagen, man solle sich professionelle Hilfe suchen, sind auf einer Seite richtig, weil es nun mal wichtig ist. Auf andere Seite, wer sagt dass man es schon nicht ist? Ich kann von mir behaupten, ich bin es seit fast 10 Jahren. Ich habe gelernt mit meiner PTBS täglich umzugehen. Ja, ich habe fast täglich damit zu kämpfen. Nicht desto trotz gibt es Tage wo keine Strategien mehr helfen und man so fertig ist, dass man es loswerden will. Was ebenfalls wichtig ist. Und an einen Abend, vorallem am Wochenende kann man schwer seine_m Therapeut_in anrufen. Nicht jeder hat Familie, nicht jeder hat Freunde. Für gesunde, gutaussehende Wuffels ist es nicht zu verstehen. Die haben ja welche.
    Vorallem sollen sich Menschen fragen, was die Ursachen für psychische Erkrankungen sind. Keiner würde sowas erleben wollen.. also warum dann Menschen die Schlimmes erlebt haben so verurteilen? Ausgrenzen? Seid dankbar dass ihr es nicht habt.

    Es bringt schließlich niemanden um wenn er mal zuhört oder wenigstens virtuellen Hug zu senden. Ignorieren ist emparhielos! Dann soll man auch nicht schreien, wie „toll, familiär und wunderbar die Community ist“ denn das ist die nicht!! Ist man anders, ist man nicht willig seine Schw****Bilder zu posten oder zu vög*** , ist man uninteressant.

  4. Mit dem Thema Behinderungen, egal ob physisch oder psychisch, kann aber auch nicht jeder richtig umgehen. Man ist nicht immer empathielos, wenn man jemandem nicht direkt helfen will oder den Spruch mit professioneller Hilfe bringt. Viele Leute sind schlichtweg überfordert, wenn sie mit so einem Thema konfrontiert werden. Ich selbst hatte mal einen Fall, da hat mich jemand auf Discord angeschrieben, der schon suizidgefährdet war und sich des öfteren selbst Gewalt angetan hat. Zuhören konnte ich in dem Fall und das hab ich auch gemacht. Aber helfen konnte ich nicht wirklich. Und ja, der war auch schon in Therapie. Letztendlich hatte er aber auch schon ein paar andere Leute, die ihn besser kannten und auch mal in solch kritischen Momenten beruhigen konnten.

    Es ist kurz und knapp schwierig, immer das richtige zu tun, denn jeder braucht etwas anderes und unterschiedlich viel davon. Letztendlich kann man ein falsches Wort in den Raum werfen und es damit nur schlimmer machen. Generell find ich es aber schon wichtig, dass man solche Themen und die Leute, die es betrifft, nicht einfach ignoriert, weil sie einem vielleicht unangenehm sind. Man sollte nur nicht vergessen, dass derjenige, an den man sich wendet, auch nicht alles kann.

    Ich denke dass man schon besser damit umgehen kann und Leute nicht einfach nur von sich stoßen muss, wenn sie sich einem denn öffnen wollen. Wie schon erwähnt, zuhören kann man immer, auch wenn man es selbst vielleicht nicht ganz nachvollziehen kann oder es einen eigentlich gar nicht betrifft.

    1. Selbstverletzung oder anderes ist schon hart. Da kann tatsächlich nicht jeder damit umgehen. Das stimmt. Und mehr als zuhören kann man auch nicht.
      Aber die meisten von uns verlangen es auch nicht. Ich hatte selbst mit Verletzungen und den Rest früher zu kämpfen, habe aber fremde Menschen nie mit sowas konfrontiert. Da ich weiß dass jeder Mensch Grenzen hat und schließlich will man nicht andere belasten. Zumindest bin ich so.
      Aber wenn einer am weinen ist und erzählt was ihm gerade bedrückt oder um ein Rat bietet, wo fast jeder eigentlich helfen kann, weil es was simples ist, nur für die Person in dem Moment nicht..und niemand drauf reagiert und man stattdessen zu hören bekommt dass er Leute nicht runterziehen soll, ist es schon empathielos. Selbst wenn man keinen Rat hat..eine Umarmung ist sooo viel Wert. Es gibt das Gefühl nicht alleine gelassen zu werden, nicht ignoriert zu werden..
      Wenn jemand ein Todesfall hat, ist es nicht schwer Beileid auszudrücken..solch einfache Dinge halt.. Selbstv*rletzung und S**z*dgedanken sind natürlich andere Thema..ganz klar :-)

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  6. Erstmal großen Respekt, für die Arbeit die du dir da gemacht hast. Hab mir den Barkcast auch angehört und da steckt auch viel Herzblut von dor drin.

    Nun zum Thema selbst: Manchmal muss man sogar zwischen den Zeilen lesen, wenn man in einer Gruppe ist, weil sich die Leute gar nicht trauen zu schreiben, dass es ihnen schlecht geht.
    Oft kommen dann nur die sozialkonformen antworten, weil Sie es bereits gewohnt sind, dass das wirkliche Gefühl gar nicht gehört werden will…

    Natürlich gibts auch immer die Fälle, wo der eigentliche Grund für das „schlecht gehen“ einfach Jammern auf hohem Niveau ist, aber eigentlich merkt man es doch, wenn es wichtig ist.

    Und was für Sachen im barkcast zu hören waren, da kann man nur den Kopf schütteln und es macht einen einfach wütend, dass sowas passiert. Natürlich kann nicht jeder gleich gut mit sowas umgehen oder darauf reagieren, aber einen Wuffel zu einem Treffen kommen lassen und dann draußen stehen zu lassen, dies klingt schon sehr böswillig und das es mit Absicht gemacht wurde (reine Spekulation von mir) aber wenn es so ist, dann ist es wirklich unterste Schublade dogger4Rage

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