Gerry 365 #92: 02.04. – Arten des Liebens

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Bevor ein Schelm hier nun was reininterpretiert, Möchte ich gleich klarstellen, dass es hier nicht um sexuelle Handlungen geht. Dazu … können wir gerne ein anderes Mal kommen, wenn denn Interesse besteht dogger4Notice .
Nein. Es geht hier um etwas ganz Anderes. Etwas, was ich nun versuche in Worte zu fassen ohne, dass sich jemand auf dem Schlips getreten fühlt und ich wünsche mir dabei, dass vielleicht interessanter Kontext unter diesem beitrag von euch kommt oder, und das ist der gerissene Plan dahinter dogger4Hehe , dass wir nachher im Stream ein wenig darüber reden, während ich versuche, ein unlösbares Puzzle zu lösen. Aber fangen wir einfach mal an, würde ich sagen.

Das ich meine Probleme mit Emotionen habe, gerade mit den positiven, habe ich euch nun wirklich mehr als einmal unter die Nase gerieben. Aber gerne könnt ihr mal im Emotionsbeitrag des ANGST-Projekts reinschauen und euch auf Stand bringen.
Liebe ist für mich ein ganz vertracktes Ding. Wie schon öfter erklärt, ist Liebe für mich eine vielschichtige Geschichte.
Ich liebe … Menschen die ich halt »Liebe«. Wie Zino und Hati. Und ich liebe auch meine nahestehenden Freunde. Die Liebe zu Zino und Hati ist allerdings anders, als zu meinen Freunden. Was mich nicht durch seine Anwesenheit oder durch täglichen Kontakt nervt, liebe ich.

Natürlich nerven mich auch Zino und Hati hier und da mal. Das ist aber normal und passiert in jeder Beziehung. Dann gibt es immer noch die Möglichkeit zu sagen »Hey, ich brauche jetzt Zeit für mich«, gehe an meinen PC und Schotte mich an. Meine Jungs haben, so hoffe ich, Verständnis dafür, dass ich diese Auszeiten ab und zu brauche.
Allerdings rede ich gerade um den heißen Brei herum. Ich schreibe die ganze Zeit um das, was ich eigentlich schreiben will. Vielleicht aus Angst, wie Leute das aufnehmen können? Ich weiß es nicht. Aber ich komme mal zum Punkt.

Es geht nicht mit Einem

Die meisten Menschen finden ihre Erfüllung in einem Partner. Nähe, Zuneigung, liebevollen Umgang zueinander. Ich brauche jedoch verschiedene Arten von Menschen um mich rum. Und anhand meiner Männer, möchte ich euch ein Beispiel geben, wie ich ticke. Ich, der polyamore Gerry.

Zino ist, wie alle von euch wissen, mein Verlobter. Der Mensch, der mir am nächsten steht. Eine Person, mit der ich über alles reden, oder in unserem Fall auch schreiben, kann. Ein Mensch, den ich gerne um mich herum habe. Würde dieser Mensch mein Leben verlassen, würde es mir mehr das Blutzirkulationsorgan brechen. Mehr noch, als meine vorhergehenden Beziehungen es am Ende taten.
Das Problem ist, mir fällt körperliche Nähe zu ihm etwas schwerer. Natürlich umarme ich Zino und wenn ich das Bedürfnis habe, von einem großen, starken Bären umarmt zu werden, dann hol ich es mir bei ihm auch. Wir geben uns auch Küsse. Gerade dann, wenn einer das Haus verlässt.

Es ist schwierig zu erklären, worum es geht, ohne wie ein Arsch zu wirken. Wenn mein Mann sagen würde »Lass uns etwas kuscheln«, würde ich es auch tun. Aber ich würde unruhig werden. Am »Anfang« der Beziehung war das alles kein Problem irgendwie. Aber da hatte ich auch noch eine Fassade aufgebaut, die sich im Laufe der Jahre abgebaut hat, weil ich ihm bedingungslos vertraue. Ich bin halt … ich. So wie ich bin, zeige ich mich ihm gegenüber auch.
Ich würde alles für ihn tun. Wenn er es sagt (außer natürlich aus dem Fenster springen oder einen Mord begehen dogger4NotSure ). Auch wenn ich mich überwinden müsste. Und ich hoffe er weiß, dass ich ihn über alles Liebe, auch ohne, dass groß Zärtlichkeiten oder (schmutzige) Intimität eine Rolle spielen müssen.

Aber es gibt tatsächlich den anderen Part in mir. Der Part, der Nähe und Intimität ausleben möchte. Allerdings in der beschützenden Rolle. Zino ist, seit nunmehr weit über zehn (Zehn liest sich schöner) Jahren, ein Beschützer für mich. Selbst jetzt noch, hat er immer ein Auge auf mich und schaut, dass es mir gut geht.
Aber ich habe mich, vor meinem Polyamorie-Outing, immer gefragt, was mir fehlt. Und warum ich mich verliebe, obwohl ich einen Partner habe. Das Warum, haben wir ja nun geklärt. Ich hab einfach mehr »Liebe« übrig, als eine Person fassen kann (Grüße an Suri an dieser Stelle dogger4Hehe ). Aber was mir fehlt, habe ich im Oktober ’19 gemerkt.

Da habe ich meinen ersten Zweitmann kennengelernt und es hat all das geweckt, was ich gegenüber Zino nicht zeigen kann. Den Beschützerinstinkt. Den Drang, einen Menschen fest in den Armen zu halten. Und mit ihm unaussprechliche Dinge zu tun hust. Das daraus nichts geworden ist, ist ja nun kein Geheimnis. Ich hoffe, dass mein Zino sich jetzt nicht schlecht fühlt, weil das Dinge sind, die ich ihm gegenüber nicht … mehr aufbringen kann. Ich weiß manchmal auch nicht, wie ich ihm zeigen kann, was er mir bedeutet.
Aber das ist es halt. Ich liebe meine Männer gleichwertig. Denn wenn ich liebe, liebe ich ganz. Aber meine Art zu Lieben unterscheidet sich zwischen den Männern. Der eine, ist … eine geupgradete Version eines besten Freundes. Sowas … wie ein Seelenverwandter, möchte ich sagen, auch wenn es abgedroschen klingt.

Ein Mensch, der mehr Wert ist, als alles Geld dieser Welt. Als alle meine Wünsche zusammen. Ein Mensch, den ich in seinen Ideen und wünschen bestärken kann und der mich bestärkt in dem, was ich tu. Selbst wenn wir an der Idee des Anderen doch Zweifel hegen. Aber wir sind füreinander da. Nachts um 2, wenn einer einen Zusammenbruch hat, wenn man mal nicht weiter weiß oder wenn die Emotionen Achterbahn fahren. Und ich hoffe, dass mich mein Zino nach den folgenden Zeilen noch genauso liebt, wie er es tut, während ich sie schreibe.

Zum Anderen ist da die Art des Körperlich-Werdens. Wo die »Emotionen« körperlich ausgelebt werden wollen. Natürlich kann ich meinem Hati auch alles erzählen. Und er besteht sogar darauf. Aber dennoch ist es etwas anderes.
Wie oben gesagt: Die Liebe ist gleichwertig. Nur die Art ist anders. Ich möchte Hati am liebsten, was gar nicht zu mir passt eigentlich, dauerhaft knuddeln und kuscheln. Und … unaussprechliche Dinge tun. Diese Art der Liebe ist körperlicher Natur. Ich hoffe, man verliert hier gerade nicht den Faden. Verzeihung.

Körperlichkeit und Gemeinsamkeiten

Ich mag körperliche Nähe eigentlich gar nicht. Nur mein Zino darf sie genießen. Und natürlich Hati, wenn er dann hier ist. Aber generell ist Nähe nicht meins. schüttel Aber generell unterscheidet sich halt das Körperliche zwischen Zino und Hati. Bzw. der Wunsch, wie weit die Körperlichkeit geht.
Allerdings gibt es eine Art des Liebens, die mit beiden möchte: Unternehmungen. Leben. Und überhaupt. Ich möchte irgendwann Dinge mit beiden Erleben. Reisen. Vergnügungen. Und irgendwann vielleicht auch mit beiden Männern unter einem Dach leben.

Mal von meinen materiellen Wünschen abgesehen, ist das aktuell mein größter Wunsch. Beide Männer um mich herum haben. Mit ihnen an die Nordsee fahren. Mit ihnen das Land oder die Welt sehen. Zusammen ins Kino gehen. Beide zu einem gleichwertigen Mittelpunkt meines Lebens machen. Und vielleicht auch ihrer zu sein. Allerdings natürlich ohne sich selbst dabei zu vergessen. Denn man selbst, sollte immer das Wichtigste für einen sein.
Und ich finde diese Gemeinsamkeit ist noch wichtiger, als die Unterschiede im körperlich sein. Denn das ist das wichtigste bei meinen Männern. Dass ich mit ihnen Dinge erleben möchte. Und vor allem, gemeinsam eine Familie mit ihnen bilden und sein möchte.

Nichts wünsche ich mir mehr.

Wie liebt ihr? Wie äußert sich eure Liebe zu euren/m Partner/n . An die Polyamore Empfindenden da draußen: Unterscheidet sich die Art zu Lieben bei euch auch so gravierend, oder ist das nur, weil ich so ein seltsamer Mensch bin? Schreibt es gerne in die Kommentare oder kommt am 15 Uhr im Stream vorbei und redet dort mit mir darüber. Ich freue mich auf eure Meinung zu der Geschichte.

Übrigens: Der Stream morgen verschiebt sich etwas nach hinten, da ich morgen einige Dinge zu erledigen habe. Wie weit genau, weiß ich leider nicht. Haltet also Discord und den Telegram-Kanal im Auge.

Euer Gerry

P. S.: Zino und Hati … Ich liebe euch über alles.

7 Kommentare für “Gerry 365 #92: 02.04. – Arten des Liebens” Freigegebene Kommentare entsprechen nicht der Meinung des Blogautors! Der Autor behält sich das Recht vor, Kommentare, die gegen die guten Sitten verstoßen, zurückzuhalten.

  1. Huhu
    Mit hat sich nach dem lesen jetzt die Frage gestellt, ob nur du beide liebst oder die beiden sich auch?
    Und wie das zusammen wohnen funktionieren würde? Was ist, wenn sich deine beiden Männer auf einmal nicht mehr ausstehen können…

    So viele Fragen schwirren mir grad durch den Kopf, aber 15uhr ist schon vorbei dogger4Gasm

    Aber hab jetzt erstmal Spaß am Gamen dogger4Hug

    1. Ich liebe die beiden, aber nicht sie einander.
      Ja ich denke das würde, und könnte es auch. Wir haben das schon geplant. Dadurch das jeder sein eigenen Raum hätte, wär selbst im Klinch die Option des Rückzugs da :)

      1. Und sind die beiden auch Polyamore oder bist nur du das und beide haben damit kein Problem ? So im Nachgang haben sich bei mir da viele Fragen ausgebreitet dogger4Derp dogger4Notice dogger4Think

  2. dogger4Hi Liebster Gerry dogger4Luv

    Grüße gehen zurück :)
    Ich kann das mit der unterschiedlichen Art der gleichwertigen Liebe zu meinen beiden Partnern unterschreiben.
    Wenn alles gleich wäre in den Beziehungen wäre es glaube ich auch sehr langweilig und eintönig.

    bis denne (Jetzt im NSFW-TALK dogger4Derp )

    Suri dogger4Comfy

  3. Etwas späterer Kommentar ~

    Ich bin zwar selber nicht polyamorös, aber ich hab auch eine spezielle Art zu lieben, die deiner in gewisser Hinsicht sehr ähnlich ist, allerdings nur auf jeweils eine Person bezogen.

    Ich kann Menschen auf vielerlei Art und Weise lieben, die andere nur simpel als Zuneigung bezeichnen würden. Allerdings ist jede davon bei mir wesentlich intensiver und alle die schon mal in den Genuss gekommen sind, können das auch bestätigen. dogger4Sip

    Da wäre zum einen die freundschaftliche Liebe, wenn man einfach nur Dinge mit jemandem unternehmen will und sich in dessen Gegenwart einfach wohl fühlt, egal ob derjenige nun körperlich anwesend ist oder nur online.

    Körperliche Liebe, bei der auch direkten Körperkontakt haben will, der aber nicht erotisch sein muss, sprich Umarmungen, Zärtlichkeiten, Küsse.

    Erotische Liebe, selbsterklärend, wenn ich mit jemandem Sex haben will. Als Unterkategorie derer noch fetischorientierte Liebe, bei der zwar erotisches Interesse besteht, die sich aber speziell auf bestimmte Fetische beschränkt.

    Emotionale Liebe, die am schwierigsten zu beschreiben ist. Da will ich Zuneigung ausdrücken, auf welche Art auch immer der Gegenüber glücklich zu machen ist. Mit Worten, Geschenken, finanziell oder auch sexuell.

    Und letztendlich eine, für die ich keinen Namen habe, die sich aus allem oben genannten zusammen gesetzt. Bei dieser Art Liebe, will ich dann auch mit demjenigen zusammen sein, sprich, eine Beziehung führen.

    Das war nicht immer so. Früher war Liebe einfach nur Liebe für mich. Aber nach all den Kerlen, mit denen ich Zeit verbracht hab, hat sich das alles nach und nach heraus kristallisiert. Wahrscheinlich fällt es mir aktuell auch deswegen so schwer, jemanden für mich zu finden, denn mal Corona ausgenommen trifft auf alle die ich derzeit kenne auch nur 2, maximal 3 davon zu. dogger4Shrug

    Aber um nochmal auf deine Polyamorie zurück zu kommen: Mir schwirren da so zwei Szenarien im Kopf, bei denen ich mich frage, wie das dann bei dir aussehen würde:

    a) Wenn du noch jemanden finden solltest, der ebenfalls polyamor ist und schon einen Partner hat, oder mehrere? dogger4NotSure

    b) Wenn sich jemand einreiht, der neben dir auch an einem deiner Männer Interesse hätte, entweder nur körperliches oder nur sexuelles Interesse, aber nicht beides. Und schlimmer noch: wenn es auch erwidert wird? dogger4Think

    Und damit finden meine wirren Gedankengänge mal wieder ein Ende. dogger4Notice

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