Gerry 365 #47: 16.2. – Widerlich, diese Leere

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In letzter Zeit habe ich ja öfter über die Leere geschrieben, welche sich in mir ausgebreitet hat. Sie ist wieder da. Und ich hab das Gefühl, sie wird von Mal zu Mal schlimmer.
Ich habe die letzten zwei Tage viele Spiele (an)gespielt. Auch neue Spiele, oder Spiele, die ich schon kenne. Alleine oder mit meinem Mann. Verschiedene Genres. Ich habe auch gelesen. Videos geguckt. Serien. Filme. Irgendwie bereitet mir gerade nix das Gefühl, dass es mir Spaß macht.

Ich schlafe. Stehe auf. Sitze rum. Klicke überall rum. Darauf wartend, dass der Tag vorbei geht. Eigentlich keine tolle Urlaubsbeschäftigung. Zeit totschlagen. Aber gut. Corona bietet uns nicht viel Optionen, was Urlaubsbeschäftigungen angeht. Aber vielleicht würde mein Mann mich morgen mal für einen Spaziergang am See zwingen.
Meine Stimmung ist irgendwie in einem Tief, auf dem ich kaum schaffe herauszukommen. Aber ich halte mich über Wasser. Wenn auch aktuell etwas grenzwertig. Es gibt auch kaum Dinge, die mich zum Lächeln bringen im Moment.

Zum Einen wäre da mein Mann. Wenn er lacht oder lächelt, kann ich, selbst wenn ich es wollte, mir ein Lächeln nicht verkneifen. Es ist wie ein Reflex, den ich habe. Und das ist für mich auch ein Zeichen, wie wichtig dieser Mensch ist. Für mich.
Und zum Anderen wäre da mein anderer Mann. Er braucht, auch wenn wir uns nur via Cam sehen, nur ein leichtes Heben seiner Mundwinkel und ich muss ebenfalls unweigerlich lächeln. Es ist bei beiden so. Sobald sie Lächeln, lächel ich auch. Und ja, das hebt für den Moment meine Laune.

Wir reden generell nicht viel, bei diesen Familienabenden. Irgendwie ist es nur dieses „Man ist zusammen“-Gefühl. Umso tragischer ist es, dass bei uns in der Stadt die Inzidenz immer weiter in Richtung 50 sinkt, während die bei Hati nun die utopische 500 überschritten hat. Es wird gefühlt immer unmöglicher, dass der Kleine irgendwann mal zu mir kann. Und das … macht mich auch fertig.
Und es tut doch irgendwie gut, dass mein Zino für mich da ist. Räumlich. Einfach seine Nähe hier zu haben, hilft ungemein nicht unterzugehen. Das mag kitschig klingen. Aber das ist es.

Allgemein würde ich aktuell sagen, dass es mir „leer“ geht. Wobei es auch mit „schlecht“ gleichzusetzen ist. Und ich weiß nicht warum. Also ihr könnt so oft Fragen, wie ihr wollt. Ich könnte euch nicht sagen, woher diese Lethargie kommt. Warum mir nahezu nix spaß macht im Moment.
Und es mag dumm klingen, aber durch dieses Loch hat sich das Bedürfnis entwickelt, wieder zu rauchen. Aber keine Sorge. Ich habe keine Zigaretten und auch nicht vor welche zu kaufen. Das wäre Geldverschwendung. Aber leider ist es so. Das Bedürfnis ist da.

Naja. Genug gejammert für heute. Jammern hilft auch nicht dabei, dass es besser wird. Ich glaube, ich will einfach nur raus hier. Raus aus Berlin. Raus aus Corona. Raus zu Hati und dann … raus ans Meer mit meinen Männern und dann die Welt, einfach Welt sein zu lassen.

Gerry

4 Kommentare für “Gerry 365 #47: 16.2. – Widerlich, diese Leere” Freigegebene Kommentare entsprechen nicht der Meinung des Blogautors! Der Autor behält sich das Recht vor, Kommentare, die gegen die guten Sitten verstoßen, zurückzuhalten.

  1. Immerhin hast du zwei, die dich zum Lächeln bringen. dogger4Luv Dann ist doch noch nicht alles ganz leer. Aber freut mich, dass sie dir so viel Freude bereiten nur weil es sie gibt. dogger4Nom

  2. Mich freut das total zu lesen, dass ich dich nach so vielen Jahren immer noch zum Lächeln bringen kann. Sei es nun über einen Witz oder nur über meine bloße Anwesenheit. Ich hab’s noch voll drauf! dogger4Nom

    Was die allgemeine Lethargie angeht, kann ich das sehr gut nachempfinden. Mir geht’s ja kaum anders. Ich lass es aber nicht so an mich ran. Einer muss ja die Stimmung über Wasser halten hier. dogger4Derp
    Und den Spaziergang können wir sowas von machen. Du hast mir ja versprochen, dass wir diese Woche drei Mal spazieren gehen. Und Samstag zählt nicht zu dieser Woche dogger4NotSure
    Wir machen auf jeden Fall einen schönen Spaziergang. Frische Luft kann manchmal auch Wunder wirken. dogger4Luv

  3. Leere ist doof, aber was leer idt, kann gefüllt werden. Solange du noch lächeln kannst bzw. Leute hast, die dich dazu bringen ist doch noch nicht alles verloren.

    Also weiter lächeln und los geht’s
    Mit spazieren gehen um den Kopf durch zublasen
    dogger4Hug

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