Gerry 365 #42: 11.2. – Einfach nur gejammere, Materialismus, Gewinner

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Ich weiß. Ich weiß. Schon wieder ein roter Tag. Ich bin genauso wenig amused darüber, wie ihr. Ich hab momentan ein widerliches Tief. Und irgendwie komme ich da gerade nicht raus. Roswitha ist auch schon wieder Gast bei mir im Kopf und naja. Was soll ich machen. Da hilft nur jammern.
Ich habe heute wieder gemerkt, wie reizbar ich aktuell bin. Ich bin sogar gegenüber meinem Mann heute etwas laut geworden. “Etwas”. Er meinte zwar, das sei berechtigt gewesen, aber generell bin ich kein Fan von lauten Konversationen. Nie gewesen.

Ich weiß auch immer nicht, was in Meetings so schwer daran ist, dass wenn man nicht redet, das Mikro abzuschalten. Gerade an Meeting oder Englisch-Tagen, bin ich nach Abschluss der Sachen besonders reizbar. Es ist ja schön zu wissen, dass die Körperfunktionen der Kollegen noch vorhanden sind.
ABER WARUM ZUR HÖLLE muss man immer so klingen, als hätte man sich das Mikro in die Nase gesteckt? Oder andere Störgeräusche wie Knistern oder Tippen. Ich habe vor einigen Wochen darum gebeten, das Mikro generell abzuschalten, wenn man doch eh gerade nicht reden muss. Was ist daran so schwer, auf diesen einen Knopf zu drücken?

Ja und diese Genervtheit hat mein Mann voll abbekommen. Er hat zwar etwas Unlogisches gesagt (Beispiel: Gestern sagt er mach das dahin. Heute findet er es scheiße.) und die Grundgereiztheit von Arbeit hat dann total zugeschlagen. Und ich habe es noch rechtzeitig gemerkt, und konnte wenigstens einige Worte abschwächen, die mir in dem Moment durch den Kopf gegangen sind.
Kurze Zeit später tat es mir dann schon wieder leid. Ich werde nicht gerne laut. Zumindest nicht gegenüber Menschen, die mir wichtig sind. Aber meistens werde ich nur laut, wenn ich prinzipiell schon angefressen bin. Aber dann muss es ja nicht sein, dass es die Falschen abbekommen.

Aber generell muss man aktuell sehr vorsichtig bei mir sein. Nen falscher Satz könnte mich heute echt zum Explodieren bringen. Ich bin einfach nur down und gereizt und würde mich am liebsten so verkriechen, dass mich keiner findet.
Aber es ist noch weniger als ein Tag hin und ich habe Urlaub und wir können endlich in den Entspannungsmodus übergehen.

Materialismus

Zudem habe ich einen permanenten Krieg mit mir selbst. Wie ihr aus einem der ANGST-Blogs wisst, habe ich generell ein gestörtes Verhältnis zu Geld und Geschenken. Ich werde hier nicht weiter darauf eingehen. Das habe ich zu genüge getan. Aber dies führt heute zu echt großen “Gewissensproblem”.
In den letzten Jahren gab es immer wieder das Ding, dass mir tolle Menschen Schenkis gemacht haben. In vielen Preisklassen. Manchmal, und jetzt kommen wir zu dem Punkt, auf den ich hinaus will, kündigen sie es auch vorher an. Und jedes Mal ringe ich mit mir selbst.

Mein Mangel an positiven Emotionen, kommt immer in meine Gedanken. Im ANGST-Projekt bzgl. Emotionen habe ich ja erzählt, dass Menschen oft enttäuscht sind, dass ich mich nicht so freue, wie sie es von mir erwarten. Dies hat dazu gefühlt, dass ich dem potenziellen Schenker eher Gründe gebe, es nicht zu tun. Z. B.

Wenn wir uns mal streiten, wirst du das bereuen.

Denk lieber an dich selbst statt an mich.

Das kann ich nie wieder gut machen.

Bist du dir wirklich sicher? Du weißt, dass das bei mir nicht ginge.

Du bist doch blöd. Lass das doch einfach.

Das Ding ist, auch wenn mir die Freude oft schwerfällt, dass ich Geschenke Liebe. Am liebsten würde ich, wenn mir jemand was anbietet, was ich brauchen kann, immer sagen “Ja. Bitte!”. Aber die Enttäuschungen der Gesichter von Menschen früher, halten mich davon ab.

Du bist undankbar!

Warum freust du dich denn nicht?

Dir schenk ich nochmal was!

Das sind so Sätze, die dafür gesorgt haben, dass ich jedem Schenker, gerade bei größeren Geschenken, immer andere Ratschläge gebe, was sie mit dem Geld anfangen könnten. Ich will halt niemanden mehr enttäuschen, nur weil ich mich schlichtweg nicht so freuen kann.
Zusätzlich habe ich immer Angst, dass wenn ich sie annehme, ich als gierig betitelt werde. Ist mir zwar selber noch nicht widerfahren, aber ich habs schon erlebt wie Leute einen, erst was schenken und die Person dann als gierig betiteln, weil sie einfach nie nein sagte.

Das ist halt diese Zwickmühle, über die ich in dieser Form noch nie geredet habe. Es gibt eine Art Geschenke die ich ablehne, wenn ich das weiß: Geschenke, die von Leuten kommen, die nur von Krediten leben. Hatte ich schon. Aber ich hab es zu spät mitbekommen, um sie ablehnen zu können. Inzwischen achte ich gerade darauf sehr.
Das heißt, wenn ich weiß, dass einer dauernd neue Kredite aufnimmt, lehne ich generell Geschenke eher ab. Ich finde, dass Leute dahingehend ein besseres Gefühl entwickeln sollten, dass Kredite keiner dauerhaften Lebenshilfen sein sollten. Doch es gab da mal ein, zwei Menschen, die viele Leute beschenkt haben und ihren Kredit erneuert haben. Dies würde ich meinem Gewissen nicht aufladen wollen.

Wie seht ihr das Ganze? Könnt ihr meine Ängste nachvollziehen? Fändet ihr “Ja. Bitte!” auch gierig? Oder ist das eher eine unbegründete Angst meinerseits!?

Gewinner von gestern

Ich möchte hier einmal kurz noch den drei Gewinnern gratulieren. Jeweils ein Key ging an Ignis, HandlerBlack und Hati. Alle haben ihre Keys bereits erhalten.
Leider gab es einen Teilnehmer, der leider etwas zu spät war. Ich hoffe, du bist nicht allzu traurig.

Ich werde sowas bestimmt noch einmal machen. Bleibt dran.

Euer Gerry

2 Kommentare zu „Gerry 365 #42: 11.2. – Einfach nur gejammere, Materialismus, Gewinner“

  1. dogger4Hug vielen Dank, der Gewinn ist angekommen dogger4Hug
    und damit auch gleich zum Punkt Geschenke:
    wenn jemand etwas schenkt, macht man das, weil man wen anderes damit eine Freunde machen möchte (zumindest im Normalfall). Wenn so jemand dann hinterher damit ankommt und sagt, du wärst gierig, hat er den Sinn des Schenkens nicht verstanden. Aber – und nun widerspreche ich mir zum Teil selbst- wird durch ein Geschenk bei dem Beschenkten eventuell das Gefühl ausgelöst, dass er dir auch was schenken muss (womit das dann eventuell als Verpflichtung angesehen wird) gab mal ne Folge Big Bang Theorie wo Sheldon das ja so schön erklärte…
    Wenn ich etwas verschenke, erhoffe ich mir damit keine Gegenleistung. Meistens hinterfrage ich auch das Geschenk nicht. Der Gedanke, dass jemand sich erst Geld leihen muss um dann ein Geschenk zu machen finde ich falsch. Man kann nichts verschenken, dass man nicht dogger4Shrug

    Ein Geschenk abzulehnen kann man machen, gibt aber auch Leute die es einfach deswegen annehmen, weil Sie den anderen nicht verletzten wollen. Ich denke es kommt sehr darauf an, wer was wem schenkt dogger4Think

  2. Das mit den Störgeräuschen hab ich aber auch … ich glaube, das ist ganz normal. Ich halte mich ja auch erst ‘ne Weile zurück, bevor ich mit meckern anfang, aber irgendwann wird es mir dann doch zu viel und es gibt nen schnippischen Kommentar. Einige hab ich sogar mehrfach drauf hingewiesen, dann hieß es immer “okay, von mir aus” und für ein paar Sekunden war Ruhe. Aber sobald sie wieder entmuted waren ging der Spaß von vorne los, yay! dogger4NotSure

    Dass du gereizt bist ist verständlich, auch ohne Störgeräusche. Arbeit schlaucht, die ganze Situation um uns alle herum und hier und da noch frisch einige Erlebnisse der letzten Tage im Kopf. Ich denke deine Lieben werden Verständnis haben und es dir nicht krumm nehmen, wenn du mal ausholst. Dass sich das nicht toll anfühlt und du dich hinterher schuldig fühlst zeigt ja auch, dass du es nicht so meinst und dass der Grund woanders liegt. dogger4Hug

    In puncto Geschenke bin ich auch nicht gerade unschuldig. Zum einen: Wenn ich schenke, akzeptiere ich kein “nein”. dogger4Hehe Manchmal frag ich jedoch vorher, ob jemand xyz gerne hätte und bei positiver Antwort kriegt er es dann rein gedrückt. Zum anderen erhalte ich selber ungerne Geschenke, obwohl ich Schenkis an sich liebe. Das liegt aber meist daran, dass ich ebenso wie du ungerne undankbar bin. Nur kann ich nicht dankbar sein, wenn man mir etwas schenkt, was mir nicht gefällt, oder ich viel lieber etwas anderes von demjenigen gehabt hätte. Allerdings bin ich da recht geübt drin mittlerweile, mich nicht deswegen schuldig zu fühlen. Wenigstens versuche ich mich an dem Geschenk etwas zu erfreuen. Hin und wieder geb ich aber zu, hat man mich mit Geschenken überrascht, die ich mir selbst niemals selbst oder erst sehr viel später gekauft hätte (Octopath z. B. dogger4Sip ) und die mir dann trotzdem sehr gefallen haben.

    Bei Kind Words hab ich nun auch schon einmal rein geschaut und werd es wohl gleich wieder tun während ich mampfe. dogger4Luv Mal schaun ob mein erster Brief gut angekommen und was heute noch so los ist.

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