Das Leben in der Hand

Ich Wünsche allen Besuchern meiner Seite ein gesundes, neues Jahr.
Gerade am Anfang des Jahres gibt es viele Textbilder, welche auf Facebook verbreitet werden. Eines davon möchte ich an dieser Stelle erst einmal zitieren und danach einmal meine Meinung dazu äußern.

BLABLA Selber was dran ändern
BLABLABLA, selbst in der Hand
BLABLA
NEIN. MAN HAT NICHT ALLES SELBST IN
DER HAND. SONST WÄR ES JA EINFACH

Ich stimme dem Satz »Du hast Dein Leben selbst in der Hand« in einem gewissen Maße zu. Allerdings wird er schon fast verschwenderisch verwendet und kommt meist (Nicht immer) von denen, die immer eine Prise Glück dabei haben und vieles in den Schoß gelegt bekommen.
Viele Menschen reißen sich den Arsch auf, um gewisse Lebensziele oder Abschnitte zu erreichen. Dabei machen sie alles Mögliche von Weiterbildungen bis hin zur Auswanderung. Das ist gut. Man tut etwas. Aber dies ist nicht jedermanns Sache. Oder soll es nicht sein.
Meinereiner z.B. hat oft Durststrecken, aus denen er nur schwer wieder rauskommt. Aktuell bin ich zum Beispiel an dem Punkt angekommen, wo ich mir ganz genau bewusst bin, dass ich in manchen Lebensbereichen etwas ändern muss. Dringend sogar. Und damit meine ich nicht die Liebe. Ich rede vom Selbstwertgefühl. Von der Arbeit. Den vielen angefangenen Baustellen vor denen ich stehe, aber nicht bereit bin welche aufzugeben oder zu perfektionieren.
Ich bin zusätzlich an dem Punkt angekommen, wo ich mir langsam klar werden muss, wohin mich mein Leben führen soll. Ich hatte schon viele Pläne:
– Mein eigenes Ladengeschäft
– Fernstudium zum Psychotherapeuten
– Schreiberling
– Eine Führungsposition besetzen
Und einiges mehr. Aber nun kommen wir zu dem, was eben nicht immer nur in unserer Hand liegt: dem Erreichen von Zielen. Ich kenne viele Menschen, die sich mehr als nur den Arsch aufreißen und ihr bestes geben um ihre Ziele zu erreichen. Jedoch steht einem dabei oft was im Weg. In der Mehrheit der Fälle ist es das liebe Geld.
Um eine Vorbereitung auf eine amtsärztliche Prüfung zum Psychotherapeuten durchführen zu können, benötige ich zum Beispiel mal eben ca. 2000 Euro. Das ist Geld, was ich nicht einfach aus den Ärmel schütteln kann. Im Gegenteil: Ich lebe quasi noch so, wie ich eingezogen bin. Ich gebe natürlich zu, dass ich daran zu teilen auch selbst Schuld bin. Ich gebe zu gerne Geld aus. Aber dennoch ist bei den heutigen Ausgaben (und anderen verpflichtenden Dingen) kaum Spielraum, um ein gewissen Sparpuffer anzubauen. Im Gegenteil. Hier geht was kaputt, da wird das geliebte Haustier krank und so weiter. Dinge, die die vermeintlichen Ersparnisse auffressen.
Ich will vieles erreichen und ich weiß, dass ich vieles in meinen eigenen Händen halte. Doch vieles wird uns auch sehr schwer gemacht. Im Kapitalismus ist es unmöglich, dass der Spruch „Dein Leben liegt in Deiner Hand“ immer umgesetzt werden kann. Dafür spielen heute zu viele Faktoren eine Rolle, um sich weiter zu entwickeln.
Und Kredite kommen nicht für jeden in Frage. Denn das sind langfristige Verpflichtungen bei denen man doch heute noch nicht weiß, ob man ihn in fünf Jahren noch bedienen kann. Man lebt mit einem Kredit immer mit der Angst im Nacken, irgendwann in den Ruin zu gehen. Diese Angst lässt sich auch nicht einfach ausschalten.
Dass das Leben kein Ponyhof ist, ist mir durchaus bewusst. Es soll ja auch nicht zu einfach sein. Aber leider ist es oft so, dass es mehr als schwer ist. Zu Beginn des Lebens werden oft schon die Faktoren festgelegt, wie einfach es ist, bestimmte Ziele zu erreichen.
Wer mit einem Silberlöffelchen im Mund auf die Welt kommt, hat in der Regel nicht die finanziellen Schwierigkeiten wie einer, der in ärmlichen Verhältnissen reingeboren wird und aufwächst.
Dafür haben diese Menschen andere Ziele, die sie vor großen Herausforderungen stellen. Meistens beziehen sie sich auf die soziale Ebene.
Oft werden sie mit ihrem Geld aufgewogen, statt mit dem was sie wirklich aus macht. Zum Beispiel ihrem Herzen oder ihre Ausstrahlung. Die Silberlöffelmenschen können Ziele, welche mit Geld zu erreichen sind, zwar schnell erreichen, werden aber auch häufig nicht lange glücklich mit diesem Ergebnis sein.
Wer in ärmlichen Verhältnissen aufwächst, hat widerrum das Problem, dass die Welt selbst die Steine in den Weg legt. Ein Studium, eine Ladeneröffnung, eine Wunschreise. Das alles kostet unheimlich viel Geld. Und wer viel Geld von der Bank möchte braucht Sicherheiten, die meist nicht vorhanden sind.
Natürlich gibt es noch einige Menschengruppen dazwischen, allerdings würde die Aufzählung und das Auseinanderpflücken dieser, den Rahmen dieses Blogs massiv sprengen.
Gehen wir einfach mal davon aus, dass sich jeder für seine Ziele den Arsch aufreißt. Auch dies ist wieder in zwei gruppen zu unterteilen:
Zum einen jene, die das ‚Glück‘ haben, bei den richtigen Stellen zu landen, die den Aufriss würdigen und dementsprechend honorieren. Dann gibt es die anderen, die alles mögliche tun und doch nicht vorankommen. Daraus folgt, dass sie im schlimmsten Fall kränklich werden und deren Kopf rund um die Uhr rotiert. »Was könnte ich noch machen?«, »Was mach ich falsch?« oder auch »Was qualifiziert xyz zu dem, für was ich alle Qualifikationen aufweise?«.
Ich kenne gerade zu der zweiten Gruppe sehr viele, deren Mühen scheinbar auf ewig umsonst zu sein scheinen.
Genau genommen müsste ich nun die Aussage ‚Dein Leben liegt in Deiner Hand‘ komplett verneinen. Es liegt nicht nur in der Hand eines einzelnen. Die Faktoren, welche das Erreichen von (Lebens-)Zielen zu berücksichtigen sind, sind einfach zu groß.
Und dann gibt es noch einen Faktor. Ein Faktor, dessen viele sich nicht bewusst sind: Perspektive. Viele Menschen haben keine Ahnung, was sie machen wollen. Sie machen etwas, weil sie (vom gesellschaftlichen Standpunkt aus) was machen müssen. Sie müssen ja von etwas leben. Dabei haben sie keine Zeit, sich bewusst zu werden, wohin sie gehen sollen.
Meineiner zum Beispiel hat drei Jobs. Den sogenannten Brotjob, der einen das Leben finanziert. Den Job an dem irgendwie das Herz hängt, der aber zu hohes Risiko birgt, um in die Vollzeitarbeit zu gehen. Und einen, den man eher als Hobby macht aber schon gerne intensiver nachgehen würde. Dazu fehlt allerding die Zeit.
Die Geldfrage lasse ich dabei einfach mal außen vor, was die anderen beiden Jobs angeht.
Jeder der anderen sagt, dass er sein Leben selbst in der Hand hätte, sollte sich bewusst werden, dass auch immer andere Menschen einen Faktor bilden und eine gewisse Prise Glück ebenfalls notwendig ist. Schaut euch einfach mal um, wie viele Menschen in ihren Jobs unglücklich sind und wie viele gerne was anderes machen würden. Ihnen fehlt allerdings die Zeit, Dinge auszuloten oder die Möglichkeit irgendwo neu Fuß zu fassen.
Ich stecke aktuell in einer ähnlichen Sackgasse und werde mir dieses Jahr eine Auszeit nehmen. Auszeit von Social Media, Internet, der Stadt und so weiter. Ich werde ein paar Tage irgendwo in die Pampa fahren. Warum? Weil ich mir selbst klar werden muss, was ich eigentlich möchte. Wohin mein Weg geht. Aber auch, um ein wenig zu schreiben.
Für mich. Für meine Freunde und Familie. Und für euch. Ich weiß nicht, ob es was bringt. Aber ich werde es auch nie erfahren, wenn ich es nicht versuche.
Mit diesem Text und diesen Gedanken, starte ich nun in das Jahr 2017. Ich hoffe, dass ihr mir gewogen bleibt. Natürlich werde ich über meine Auszeit schreiben und was daraus geworden ist.
Euer Stefan

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